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Bis 2030 soll Einwegplastik weitgehend reduziert werden

EU-Strategie gegen Plastikmüll

Plastikmüll
Plastikreste warten auf ihr Recycling – bisher ist dies die Ausnahme in der EU. (Foto: Bildagentur-o/ Fotolia)
Die EU-Kommission will gegen die Flut von Plastikmüll vorgehen. Ihre jetzt vorgestellte Strategie dafür: Alle Plastikverpackungen in der EU sollen bis 2030 recycelbar werden, der Verbrauch von Einwegplastik eingedämmt und die Verwendung von Mikroplastik etwa in Kosmetika soll beschränkt werden.

Das Problem ist inzwischen allgegenwärtig: Unser Plastikmüll und das daraus entstehende Mikroplastik landen in der Landschaft, in Flüssen und Seen und schließlich in den Ozeanen. Jedes Jahr produziert jeder Einwohner der EU rund 25 Millionen Tonnen Plastikabfall. Weltweit ist der Verbrauch von Plastikprodukten in den letzten Jahrzehnten geradezu explodiert: In den 1960er Jahren waren es noch rund 15 Millionen Tonnen jährlich, heute sind es bereits mehr als 310 Millionen Tonnen pro Jahr.

Kreislaufwirtschaft statt Einwegplastik

„Wenn wir nicht die Art und Weise ändern, wie wir Plastik produzieren und verwenden, dann wird es bis 2050 mehr Plastik als Fisch in unseren Meeren geben“, warnt Frans Timmermans, zuständig für nachhaltige Entwicklung bei der EU. „Wir müssen verhindern, dass Plastik weiterhin in unser Wasser, unsere Nahrung und sogar unsere Körper gelangt.“

Doch von all unseren benutzten Verpackungen, Plastiktüten, Kaffeebechern und Co wird bisher nur ein kleiner Teil wiederverwendet oder recycelt. Mehr als 70 Prozent landen auf Deponien oder werden verbrannt. Einer der Gründe für die niedrige Recyclingquote: Viele Plastikobjekte bestehen nicht aus sortenreinem Kunststoff, sondern sind Verbundstoffe. Ihre Plastikbestandteile lassen sich kaum voneinander trennen, was ein Recycling fast unmöglich macht.

Hinzu kommt, dass China seit Januar 2018 weitgehende Importstopps für Plastikmüll aus Europa erlassen hat. Bisher wurden dorthin fast die Hälfte des EU-Plastikabfalls exportiert, allein aus Deutschland waren es rund 560.000 Tonnen jährlich.

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Das will die EU tun

An diesem Punkt setzt die neue EU-Strategie gegen Plastikabfall an: „Die einzige langfristige Lösung ist es, den Plastikabfall durch mehr Recycling und Wiederverwendung zu reduzieren“, sagt Timmermans. Konkret will die EU-Kommission bis 2030 erreichen, dass alle Plastikverpackungen auf dem europäischen Markt recycelbar werden. Mehrschichtige und schwer trennbare Verbundstoffe sollen künftig vermieden werden, um das sortenreine Recycling einfacher und billiger zu machen.

Außerdem will die EU-Kommission Regeln vorschlagen, die die Produktion und Nutzung von Einweg-Artikeln aus Plastik wie Kaffeebechern, Strohhalmen oder Plastikbesteck verringern. Es sollen zudem Maßnahmen ergriffen werden, um die Nutzung von Mikroplastik in Kosmetika und anderen Konsumprodukten zu reduzieren. Neue Labels, sollen künftig biologisch abbaubares und kompostierbares Bioplastik kennzeichnen. An den europäischen Häfen sollen Annahmestellen und Kontrollen dafür sorgen, dass Plastikabfälle von Schiffen nicht mehr einfach im Meer entsorgt werden.

Mehr Geld – und vielleicht sogar eine Steuer

„Mit unserer neuen Strategie legen wir die Grundlage für eine neue Plastik-Kreislaufwirtschaft und fördern Investitionen in diesem Gebiet“, sagt Jyrki Katainen von der EU-Kommission. Denn diese Veränderungen seien auch eine große Chance für die europäische Industrie, neue Technologien und Materialien zu entwickeln. Die EU-Kommission will die Entwicklung neuer, besser recyclebarer Plastikmaterialien mit zusätzlichen 100 Millionen Euro fördern und Innovationen unterstützen.

EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger hat zudem eine EU-weite Plastiksteuer vorgeschlagen – eine Idee, die Umweltverbände wie der NABU begrüßen: „Eine Materialsteuer, die bei den Plastikproduzenten ansetzt, könnte erheblich zur Kunststoffvermeidung und zu besserem Recycling beitragen“, sagt NABU-Umweltexperte Sascha Roth. „In der Folge würden die Hersteller sich auch mehr Gedanken um umweltschädliche Zusatzstoffe machen, die häufig eine Barriere für das Recycling von Kunststoffen bedeuten.“

Andere Umweltverbänden wie der WWF begrüßen zwar die neue EU-Strategie gegen Plastikmüll, sie wünsche sich allerdings eine schnellere Umsetzung: Die EU müsse schneller und deutlich konkreter handeln, um unseren Anteil an der weltweiten Plastikflut zu stoppen, so der WWF.

Quelle: EU-Kommission, NABU

© natur.de – Nadja Podbregar
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