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Flächenpotenzial an Land ermittelt

Experten sehen noch Platz für Windkraftanlagen

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Auch den Harz prägen Windkraftanlagen (Foto: TimSiegert-batcam.de/fotolia.de)
Sie prägen bereits vielerorts das Landschaftsbild – doch das Flächenpotenzial der Windkraft ist in Deutschland noch lange nicht ausgereizt, geht aus einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hervor.

Windkraftanlagen sollen die nachhaltige Stromgewinnung in Deutschland weiter beflügeln, so lautet ein Ziel der Bundesregierung im Rahmen der Energiewende. Doch gibt es für einen weiteren Ausbau denn überhaupt noch genügend Platz? Dieser Frage sind Wissenschaftler des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) nachgegangen. Sie haben durch eine geodatenbasierte Analyse ermittelt, welche Flächen sich in der Bundesrepublik prinzipiell für die Nutzung der Windenergie eignen. Dabei berücksichtigten sie eine Reihe von Standortfaktoren: Windverhältnisse, die Merkmale der Landschaft, naturschutzrechtliche Vorgaben, die aktuelle Flächennutzung sowie spezielle Regelungen der einzelnen Bundesländer. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler nun in einer Art Gutachten zusammengefasst und öffentlich zugänglich gemacht.

Mehr scheint möglich

Sie kommen zu dem Fazit: Für die Nutzung der Windenergie an Land gibt es noch genügend geeignete Flächen, um den Anteil der Windenergie am Energiemix deutlich zu steigern. Konkret: Bis zu 8,6 Prozent der Landesfläche stehen ihnen zufolge für die Windenergie zur Verfügung. Das entspricht einer potenziell installierbaren Leistung von rund 610 Gigawatt, berichtet das BBSR. Das größte theoretische Flächenpotenzial besitzt der Auswertung zufolge Mecklenburg-Vorpommern: Hier sind bis zu 20 Prozent der Fläche theoretisch für die Windenergie nutzbar. In Hessen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen eignen sich mindestens zehn Prozent der Fläche, besagt die Analyse. In den bevölkerungsreichen Bundesländern sind die Ausbaupotenziale hingegen wegen der dichten Besiedlung entsprechend geringer.

Zu bedenken ist jedoch: Bei diesen theoretisch nutzbaren Flächen handelt es sich nur um eine Art Diskussionsgrundlage, denn die konkrete Planung von Windkraftanlagen ist oft eine heikle Angelegenheit, wie sich immer wieder gezeigt hat. Oft machen spezielle Faktoren an möglichen Standorten die Umsetzung kompliziert, das verschweigt auch die aktuelle Analyse nicht. Abgesehen von Naturschutzgebieten sind Windräder beispielsweise in Lebensräumen bestimmter Vogel- oder Fledermausarten speziell problematisch, was Regelungen erfordert. Außerdem empfinden viele Menschen die Windkraftanlagen als eine Beeinträchtigung der Attraktivität von Landschaften und lehnen sie deshalb ab.

Stichwort Ausbaukontroverse

Am wichtigsten ist aber der strittige Punkt des Mindestabstands der Windräder zu Siedlungsflächen, berichtet das BBSR. Dazu gibt es regional unterschiedliche Regelungen in Deutschland und auch kontroverse Ansichten. Die Forscher geben in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass große Mindestabstände von Windrädern zu Siedlungsflächen die theoretisch nutzbaren Flächen stark verringern können: „Bei einem Mindestabstand von 2000 Metern zu Siedlungsflächen würden 99 Prozent der Landesfläche nicht für Windenergieanlagen genutzt werden können“, sagt Studien-Autorin Brigitte Zaspel-Heisters.

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Letztlich zeichnet sich damit erneut ab, dass die Stromerzeugung aus Windkraft eine große Herausforderung für die Politik darstellt. Regelungen sind gefragt, die zu einer klugen Abwägung zwischen den Vorteilen und Negativaspekten führen. Mit der Ausbaukontroverse beschäftigen sich nun auch die aktuellen Beiträge in der Zeitschrift “ Informationen zur Raumentwicklung“ des BBSR. Sie über das Bundesinstitut erhältlich.

Quelle: Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

© natur.de – Martin Vieweg
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