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Erde|Umwelt

Fische riechen Gefahr

Wird ein Zebrafisch verletzt, entsteht ein mysteriöser Schreckstoff, der Schwarmmitglieder warnt, so dass sie Reißaus nehmen. Jetzt ist ein internationales Forscherteam den Geheimnissen dieser Alarmsubstanz auf die Spur gekommen.

Dass Wunden von Fischen Substanzen aussenden, die Artgenossen warnen, war bereits bekannt. Ein internationales Team um Suresh Jesuthasan von der Nationalen Universität in Singapur konnte nun allerdings die Zusammensetzung dieses Stoffes klären. Die Haut von Zebrafischen ( Danio rerio) besteht den Forschern zufolge zu großen Teilen aus sogenannten Chondroitin-Sulfaten. Diese Stoffe sind auch aus der Humanmedizin bekannt: Sie sind wichtig für die Knorpelbildung und werden deshalb unter anderem zur Behandlung von Arthrose verwendet. In ihrer Funktion als Alarmstoffe bei Fischen spielt jedoch etwas ganz anderes eine Rolle: der Geruch. Chondroitin besteht aus Zuckermolekülen ? die können die Fische offenbar riechen.

Forscher erschrecken Fische

Jesuthasan und seine Kollegen setzten für die Untersuchungen einen Schwarm Zebrafische in ein Aquarium und mischten nach ein paar Minuten den Schreckstoff hinzu (siehe Video). Die Tiere schwammen daraufhin schneller und veränderten ihre Körperlage im Wasser ? ein typisches Verhalten bei Gefahr, so die Forscher. Bestimmte Neuronen im Riechzentrum der Zebrafische scheinen die Zuckerstoffe aus den Chondroitin-Sulfaten sofort zu erkennen und lösen die Flucht aus. ?Unsere Ergebnisse liefern eine Lösung zu einen 70 Jahre alten Rätsel?, sagt Jesuthasan.

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Dem Sender, also dem verletzte Fisch selbst, nützt der Stoff eigentlich nichts. Artgenossen, die durch die Fluchtreaktion beispielsweise einem Raubfisch entgehen, haben dagegen einen deutlichen Vorteil. So konnten sich Fische, die den Schreckstoff besonders gut wahrnehmen stärker vermehren. Dadurch hat sich die Fähigkeit im Laufe der Evolution der Fische fest etabliert, erklären die Wissenschaftler. Im nächsten Schritt möchten sie nun herausfinden, ob auch andere Fischarten auf das Alarmsignal der Zebrafische reagieren.

Ajay Mathuru (Nationale Universität Singapur) et al.: Current Biology, doi: 10.1016/j.cub.2012.01.061 © wissenschaft.de ? Marion Martin
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