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Erde|Umwelt Gesundheit|Medizin

Forscher züchten aus Stammzellen "atmende" Lungenzellen

Britischen Medizinern gelang erstmals die Züchtung von „atmenden“ Lungenzellen aus Stammzellen von Mäusen. Diese Zellen nehmen in der Lunge Sauerstoff auf und scheiden Kohlendioxid aus. Damit könnten sich eines Tages geschädigtes Lungengewebe reparieren lassen. Zurzeit liegt die einzige Heilung für schwer Lungengeschädigte in der Transplantation eines Spenderorgans – allerdings gibt es stets zu wenig Organspender, und es besteht die Gefahr, dass der Körper das fremde Gewebe wieder abstößt.

Dies ist das erste Forschungsergebnis dieser Art, und es liefert uns einen wichtigen Baustein, um Lungengewebe zu konstruieren. Im Endeffekt könnte es das Ende langer Transplantations-Wartelisten für schwerkranke Menschen bedeuten, so Julia Polak, Professorin und Direktorin des „Tissue Engineering and Regenerative Medicine Centre“ am britischen Imperial College. Das Team um Anne Bishop nutzte Stammzellen von Mäusen, jene „Multifunktionszellen“ des Körpers, die sich zu verschiedensten Zelltypen entwickeln können. In einer Nährlösung brachten sie sie dazu, sich zu den Lungenzellen zu entwickeln, die für den Gasaustausch zuständig sind.

„Diese Forschung wird es eines Tages möglich machen, krankheitsgeschädigte Lungen zu reparieren, indem man voll funktionsfähige Lungenzellen implantiert, um die geschädigten Bereiche neu zu besiedeln“, berichtet Bishop. Eine solche Therapie werde zwar noch mindestens ein Jahrzehnt auf sich warten lassen. Doch würde sie zum einen das Problem der Organknappheit lösen. Zum anderen fiele das Problem der Abstoßreaktionen weg: Körpereigene Stammzellen zu Lungenzellen ausdifferenziert, wird das Immunsystem nicht bekämpfen. Kindern mit Erbkrankheiten wie der Mukoviszidose könnte man Zellen bereits bei der Geburt entnehmen und zu Lungengewebe entwickeln lassen, bis sie tatsächlich benötigt werden.

Ganze Ersatzlungen werden sich im Labor wohl kaum züchten lassen. Doch das Team arbeitet jetzt daran, die Zellen auf bioaktiven „Gerüsten“ wachsen zu lassen, um transplantierbares Gewebe zu erhalten. Möglicherweise lassen sich so die fünf einzelnen Lungenlappen züchten. Die Ergebnisse werden in einer kommenden Ausgabe des „Tissue Engineering Journal“ veröffentlicht.

Dörte Saße
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