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Erde|Umwelt

Fressen und gefressen werden

Zwischen Zikaden und Waldbäumen gibt es ein ständiges Geben und Nehmen: Während ihrer Entwicklung ernähren sich die Insekten vom Holz der Bäume und sorgen dafür nach ihrem Ableben für eine verbesserte Bodenqualität. Das hat ein amerikanischer Biologe entdeckt, der den Effekt toter Zikaden auf den Waldboden untersucht hat. Durch die verrottenden Körper reicherte sich der Boden mit Bakterien, Pilzen und Stickstoff an. Louie Yang von der Universität von Kalifornien in Davis stellt seine Ergebnisse im Fachmagazin Science vor (Bd. 306, S.1565).

Die Larven von Zikaden (Magicicada) leben bis zu 16 Jahre an Baumwurzeln im Boden und ernähren sich von Holzgewebe. Nur etwa alle 17 Jahre kommen die erwachsene Tiere zur Vermehrung aus dem Waldboden, wo sie nach schon sechs Wochen sterben. Die Schwärme sind dann jeweils so groß, dass nur etwa 15 Prozent der Insekten ihren natürlichen Feinden zum Opfer fallen. Der Rest fällt wieder zurück auf den Waldboden und zersetzt sich dort.

Um den Effekt dieses Zerfallprozesses zu untersuchen, verteilte Yang etwa 19 Kilogramm tote Zikaden auf drei künstlichen Waldbodenstücken. Nach einem Monat bestimmte er, wie viele Mikroorganismen sich im Boden befanden und wie hoch der Gehalt an Stickstoffverbindungen war. Die Ergebnisse verglich er mit Bodenstücken, denen er keine Zikaden zufügte. Die zersetzen Insekten verbesserten die Bodenqualität deutlich: Es kam zu einem Anstieg von Pilzen und Bakterien und einer Zunahme an verfügbaren Stickstoffverbindungen. So gab es dreimal so viele Ammoniumsalze und mehr als doppelt so viele Nitrate wie im unbehandelten Boden. Gleichzeitig beobachtete Yang auch ein stärkeres Wachstum von Waldpflanzen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die von den Zikadenlarven verbrauchte Biomasse nach ihrem Tod wieder dem Ökosystem zugeführt werden, schreibt Yang. Damit könne auch erklärt werden, warum Bäume nach einer Zikadenwelle deutlich schneller wachsen als sonst ? eine Tatsache, die Biologen bislang Rätsel aufgegeben hat.

ddp/bdw ? Eva Hörschgen
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