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Erde|Umwelt Gesellschaft|Psychologie

Gehirn füllt Wahrnehmungslücken mit Trugbildern

Fehlen dem Gehirn Informationen, so füllt es die Lücken mit Trugbildern. Dadurch entsteht eine realistisch scheinende Erinnerung, die tatsächlich jedoch voller Illusionen steckt. Das berichten zwei amerikanische Psychologen in der Juli-Ausgabe des „Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory and Cognition“.

Sharon Hannigan vom Bard College und Mark Tippens Reinitz von der University of Puget Sound zeigten Testpersonen zuerst verschiedene Bilder. Beispielsweise Orangen, die auf einem Supermarktboden liegen. Danach sahen die Probanden Bilder möglicher Ursachen, etwa einen Mann, der eine Orange aus dem unteren Teil des Orangenstapels zieht. Die Mehrzahl der Testpersonen behauptete später, das Bild mit dem Mann schon vor dem Bild von den Orangen auf dem Boden gesehen zu haben. Daraus und aus weiteren Experimenten schlossen die Forscher, dass unser Gehirn logische Lücken in der Wahrnehmung mit eigenen Vorstellungen füllt. Das muss jedoch nicht bedeuten, dass uns das Gehirn in die Irre führt: „Oft entspricht die Illusion der Wahrheit“, sagt Reinitz.

Das Gedächtnis neigte vor allem dann zu Illusionen, wenn das Gesehene ein „Warum“ provozierte, erklären die Forscher. Sahen zum Beispiel die Probanden zuerst den Mann, der den Orangen-Stapel zum Einsturz bringt, entstanden bei den Testpersonen weit weniger Trugbilder. Die beiden Wissenschaftler erklären dies mit einem Ur-Trieb des Menschen: Die Frage nach dem „Warum“ hat größeres Gewicht als die Frage „Was wäre wenn…“.

Susanne Donner
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