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Genmanipulierte Kaffeepflanze liefert koffeinarme Bohnen

Entkoffeinierter Kaffee könnte bald direkt vom Strauch kommen: Japanische Forscher haben eine gentechnisch veränderte Kaffeepflanze entwickelt, deren Bohnen bis zu 70 Prozent weniger Koffein enthalten. Damit ließe sich die teure industrielle Entkoffeinierung ersetzen, unter der zudem häufig auch der Geschmack leidet, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Nature (Bd. 423, S. 823).

Drei Enzyme sind für die Biosynthese des Koffeins in der Kaffeepflanze Coffea canephora verantwortlich. In der gentechnisch veränderten Variante hat das Team um Shinjiro Ogita vom Nara-Institut für Wissenschaft und Technik ein Gen blockiert, das eines dieser Enzyme codiert. Damit fehlt der Pflanze einer der Biokatalysatoren zur Koffeinherstellung, und es entstehen Kaffeebohnen mit einem stark verringerten Gehalt des anregenden Stoffes.

Der stimulierende Effekt des Koffeins kann zu erhöhtem Blutdruck und Schlaflosigkeit führen. Trotzdem wollen viele nicht auf den guten Geschmack eines koffeinhaltigen Kaffees verzichten. Dieser geht bei der industriellen Entkoffeinierung zu einem Großteil verloren. Durch die veränderten Kaffeepflanzen kann dieses Problem nun umgangen werden. Sie unterscheiden sich nur im Koffeingehalt, nicht aber in anderen Inhaltsstoffen von ihren natürlichen Verwandten.

Shinjiro Ogita und sein Team vom Nara-Institut für Wissenschaft und Technik in Japan wollen die Technik auch auf arabische Kaffeepflanzen anwenden. Der hochqualitative arabische Kaffee macht etwa 70 Prozent des Weltmarktes aus.

Die Methode eröffnet außerdem die Möglichkeit bestehende Pflanzenarten schneller miteinander zu kreuzen und so die Zuchtzeit zu verkürzen. Außerdem können so auch gänzlich neue Arten von Kaffeepflanzen entwickelt werden.

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ddp/bdw – Christine Harbig
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