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Erde|Umwelt

Gute Gene werden nicht verschwendet

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Bei der Eidechsenart Bahamaanolis (Anolis sagrei) beeinflussen die Weibchen das Geschlecht ihres Nachwuchses. Bild: Science/AAAS
Eidechsenmütter legen das Geschlecht ihrer Nachkommen in Abhängigkeit von der Größe der Väter fest. Das haben US-Forscher in einer Studie mit Eidechsen der Art Bahamaanolis (Anolis sagrei) herausgefunden. Diese bringen vermehrt Söhne zur Welt, wenn der Vater überdurchschnittlich groß ist. Bei einem kleinen Vater verschiebt sich dagegen das Verhältnis zugunsten der Töchter. Durch diese Anpassung wird die Überlebenswahrscheinlichkeit der Söhne erhöht, denn sie hängt direkt mit der Größe der Väter zusammen. Bei den Töchtern ist dies dagegen nicht der Fall, so dass die Gene von kleinen Vätern für sie keinen Nachteil bedeuten

In der Tierwelt sorgen verschiedene Mechanismen dafür, dass sich bevorzugt die anpassungsfähigsten und fittesten Vertreter einer Art fortpflanzen können. Dieses Prinzip, nach dem Begründer der Evolutionstheorie Charles Darwin „Survival of the Fittest“ genannt, garantiert einen mit den besten Genen ausgestatteten Nachwuchs. Weil aber nicht immer die gleichen Gene vorteilhaft für beide Geschlechter sind, kann diese natürliche Selektion unerwünschte Resultate ergeben: Ein anpassungsfähiger und fitter Vater kann Töchter zeugen, die keine erhöhte Überlebenswahrscheinlichkeit haben. Die Eidechsenart Bahamaanolis hat die Lösung für dieses Problem: „Diese Eidechsen haben herausgefunden, wie sie die richtigen Gene an das richtige Geschlecht weitergeben können“, berichtet Studienleiter Robert M. Cox vom Dartmouth College in Hanover.

Die Wissenschaftler brachten weibliche Eidechsen mit Männchen unterschiedlicher Größen zusammen und bestimmten die Vaterschaft der gezeugten Nachkommen. Dabei fanden sie heraus, dass aus der Paarung eines Weibchens mit einem großen Männchen mehr Söhne als Töchter hervorgingen. War der Sexualpartner jedoch klein, so präsentierten sich die Töchter in der Überzahl. Die Nachkommen wurden anschließend freigelassen und über mehrere Monate überwacht. Es zeigte sich, dass mehr Söhne von großen als von kleinen Vätern die Zeit in Freiheit überlebten. Bei den weiblichen Nachkommen konnte dieser Zusammenhang jedoch nicht festgestellt werden. Damit profitieren also nur die Söhne von den Genen großer Väter und werden deshalb bevorzugt mit solchem Erbmaterial ausgestattet.

Wie die Eidechsenweibchen das Geschlecht ihres Nachwuchses beeinflussen können, ist allerdings noch unklar. Die Wissenschaftler führen deshalb ihre Studien weiter und erhoffen sich dadurch zusätzliche Erkenntnisse über die ausgeklügelten Strategien der Evolution zur Weitergabe der besten Gene.

Robert M. Cox (Dartmouth College, Hanover) et al.: Science, doi: 10.1126/science.1185550 ddp/wissenschaft.de ? Thomas Neuenschwander
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