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Erde|Umwelt Gesundheit|Medizin

Heilwasser einmal anders

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Strom und Kochsalz machen aus normalem Wasser ein effektives Desinfektionsmittel. Foto: oger McLassus
Eine Art Superwasser kann Wunden desinfizieren und scheint gleichzeitig ihre Heilung zu fördern, legen mehrere vorläufige Studien nahe. Der Trick: Das Wasser ist angereichert mit reaktiven Chlor-Sauerstoff-Verbindungen, greift jedoch im Gegensatz zu anderen chlorhaltigen Desinfektionsmitteln ausschließlich Mikroorganismen an und schont körpereigenes Gewebe. Zusätzlich verstärkt die Flüssigkeit die Durchblutung der Haut, was die Heilung selbst hartnäckiger Wunden, wie sie bei Diabetikern vorkommen, beschleunigen kann. Während das Mittel als Desinfektionslösung unter dem Namen Dermacyn bereits zugelassen ist, wird die heilungsfördernde Wirkung momentan in klinischen Studien überprüft.

Für die Herstellung des Desinfektionsmittels werden gewöhnliches Wasser und Kochsalz, das sich innerhalb einer halbdurchlässigen Membran befindet, unter Strom gesetzt. Dabei bilden sich neben den im Wasser immer vorhandenen Wasserstoff- und Hydroxidionen verschiedene geladene Teilchen aus Chlor und Sauerstoff. Solche Ionen, zu denen beispielsweise auch das als starkes Bleichmittel eingesetzte Hypochlorit gehört, kommen auch in anderen chlorhaltigen Desinfektionsmitteln vor ? allerdings in einer anderen Zusammensetzung und in einer bis zu 300fach höheren Konzentration.

Trotzdem tötet das oxidierte Wasser im Labor selbst solche Mikroben ab, denen die höher konzentrierten Mittel nichts anhaben können. Gleichzeitig verursacht es keinerlei Schäden an Haut oder Schleimhäuten, wenn es auf eine Wunde aufgetragen wird. Das liegt nach Angaben der Entwickler daran, dass die Desinfektionslösung eine Zelle vollständig umfließen muss, um ihre äußere Membran zu durchlöchern und sie somit abzutöten. Hautzellen kämen jedoch immer in einem festen Verbund vor und seien daher vor dieser Wirkung geschützt.

Eine Behandlung mit der Flüssigkeit hat jedoch einen anderen Effekt auf die Haut, berichtet Cheryl Bongiovanni vom Lake-District-Krankenhaus in Lakeview: „Wenn man es aufsprüht, sieht man, wie sich das behandelte Gewebe rosarot verfärbt ? was gut ist, denn es heißt, dass die Sauerstoffversorgung wieder aufgenommen wird“. Werden beispielsweise Wunden an den Füßen, wie sie bei Diabetikern häufig vorkommen, mit dem Wasser und einem Antibiotikum behandelt, heilen sie im Schnitt innerhalb von 43 Tagen, so das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Mit einer Kombination aus dem ebenfalls desinfizierenden Iod und einem Antibiotikum dauert die Heilung hingegen 55 Tage. Wie stark der Effekt genau ist, wird noch in mehreren klinischen Studien in den USA und Europa getestet.

New Scientist, 26. Mai, S. 12 ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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