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Erde|Umwelt

Hundertjährig dank Kastration

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Symbol für Eunuch. Wikipedia, gemeinfrei
Der Verlust ?spezieller? Körperteile hat eine lebensverlängernde Wirkung, belegen die Recherchen Koreanischer Forscher: Sie konnten dokumentierten, dass Kastraten am Hofe der Koreanischen Herrscher der Joseon-Dynastie (1392 bis 1910) durchschnittlich 14 bis 19 Jahre länger lebten als ?normale? Männer der gehobenen Schicht. Drei der insgesamt 81 historischen Palast-Eunuchen erreichten sogar ein Alter über 100. Den Wissenschaftlern zufolge belegt dieser Zusammenhang die lebensverkürzende Wirkung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron, das in den Hoden gebildet wird. Sie ist vermutlich auch für die unterschiedliche Lebenserwartung von Männern und Frauen verantwortlich, sagen Kyung-Jin Min von der Inha University in Incheon und seine Kollegen.

In vielen früheren Kulturen waren Eunuchen ein fester Bestandteil des Hofstaats, beispielsweise bei Herrschern der Antike, des osmanischen Reichs oder in den Herrscherhäusern der ostasiatischen Kulturen. Meist wurden ihnen schon im Knabenalter die Hoden entfernt, manchmal auch zusätzlich der Penis. Überlebten sie diesen traumatischen Eingriff, stand ihnen unter Umständen eine steile Karriere offen. Sie konnten hohe politische Ämter erreichen und genossen gesellschaftliches Ansehen. Hinter dieser bizarr anmutenden Tradition steckte letztendlich immer die gleiche Motivation: Kastraten stellten für den jeweiligen Herrscher keine Konkurrenz dar. Sie waren nicht an dessen Haremsdamen interessiert und hinterließen auch keine machthungrigen Nachkommen.

Es ist bereits bekannt, dass Kastration bei männlichen Tieren eine lebensverlängernde Wirkung hat. Über einen ähnlichen Effekt beim Menschen gibt es bisher aber keine klaren Daten, sagen die Forscher. Gut dokumentiert ist dagegen die durchschnittlich kürzere Lebenserwartung von Männern gegenüber Frauen. Dahinter steckt vermutlich die negative Wirkung männlicher Hormone auf das Immunsystem und die erhöhte Neigung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die aktuelle Studie untermauert diese Theorien nun mit historischen Daten.

Die Lebensläufe der koreanischen Palast-Eunuchen sind über den Zeitraum der Joseon-Dynastie gut dokumentiert, sagen die Forscher. Den statistischen Auswertungen zufolge lag ihre Lebenserwartung bei durchschnittlich 70 Jahren. Die anderen männlichen Mitglieder des Hofes wurden dagegen im Mittel nur 56 Jahre alt. Auch die Extreme waren außergewöhnlich, berichten die Forscher: Drei der 81 Eunuchen erreichten ein Alter von über 100 Jahren ? der Rekordhalter wurde sogar 109. Selbst in den entwickelten Ländern unserer Zeit kommt durchschnittlich nur etwa ein Hundertjähriger auf 4.000 Menschen. Weitere Untersuchungen zu den Lebensdaten der Eunuchen anderer Kulturen könnten die Ergebnisse der aktuellen Studie nun weiter untermauern, sagen Kyung-Jin Min und seine Kollegen.

Kyung-Jin Min (Inha University, Incheon) et al.: Current Biology, Vol 22 No 16 © wissenschaft.de ? Martin Vieweg
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