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Natürliche Methanquellen sollen als Kinderstube für Tiefsee-Raubfische unter Schutz gestellt werden.

In der Kinderstube der Rochen

Hai- und Rochenarten, die Eier legen, befestigen ihre Eikapseln gerne an festen Strukturen, an denen sauerstoffreiches Wasser entlang strömt, wie zum Beispiel an Korallen oder an senkrechten Felshängen. Der Tiefseeboden besteht aber größtenteils aus feinem Schlamm. Feste Strukturen sind hier selten. Daher ist es eigentlich nicht überraschend, dass die Tiere auch Röhrenwurm-Dickichte und Kalksteinauswüchse an Methanquellen als Schutz für den Nachwuchs nutzen. „Als wir im Herbst 2010 mit einem Videoschlitten den Meeresboden vor der Küste von Chile in bis zu 700 Metern Tiefe untersuchten, fanden wir zwischen Röhrenwürmern und Kalksteinblöcken gleich mehrere Generationen von riesigen Eikapseln, die von Tiefseerochen abgelegt wurden“, berichtet Professorin Treude, „sogar ein trächtiges Rochenweibchen schwamm uns vor die Kamera des Videoschlittens.“

Die Entdeckung der Wissenschaftler ist auch mit Blick auf die Zukunft mariner Ökosysteme wichtig. Denn Raubtiere sind für die Artenvielfalt von großer Bedeutung. Sie fressen meist die häufigen Arten und schaffen so Raum für seltenere Spezies. Haie und Rochen gehören zu den wichtigsten Raubtieren in der Tiefsee. „Die große geographische Distanz zwischen unseren Funden und ihre lange Fossilgeschichte lassen vermuten, dass Tiefseehaie und andere Raubfische auch Methanquellen in anderen Teilen der Ozeane als Kinderstube nutzen“ erläutert Tina Treude.

Durch Schleppnetzfischerei, bei der riesige Netze mit hoher Geschwindigkeit über den Meeresgrund gezogen werden, werden diese Ökosysteme beschädigt und in ihrer Funktion als mögliche Kinderstube für Raubfische gestört. „Mit unserer Arbeit unterstützen wir Bestrebungen, solche Methanquellen als internationale Reservate auszuweisen und unter Schutz zu stellen“ sagt Tina Treude.

Bild: Aufnahme eines Tiefsee-Videoschlittens von Rochen-Eikapseln. In der Mitte des Bildes sind gekringelte Wurmröhren zu sehen. (oben) (SFB 574)

Katzenhai (unten) (Fotolia)

© natur.de – natur Redaktion
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