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Energie

Kernkraft: Zwischen Chance und Risiko

Das Thema Kernkraftnutzung in Deutschland ist noch nicht abgehakt. © Querbeet/iStock

Ängste vor nuklearen Katastrophen treffen auf Sorgen vor Blackouts und steigende Treibhausgasemissionen: Der Klimawandel und die durch den Ukraine-Krieg verschärfte Energiekrise haben erneut eine Diskussion um die Nutzung der Nuklearenergie entfacht. Im Gegensatz zu Deutschland setzten andere Länder ohnehin wieder verstärkt auf Atomstrom. Vor diesem Hintergrund beleuchtet bild der wissenschaft in der August-Ausgabe die vielschichtigen Aspekte des kontrovers diskutierten Themas Kernkraft.

Einst wurde die Technik recht unbeschwert als Lösung für die Versorgung mit Elektrizität gefeiert. Doch spätestens mit der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 setzte dann die Ernüchterung ein und die Katastrophe von 2011 im japanischen Fukushima verdeutlichte dann erneut: Die Kernkraft ist mit erheblichen Risiken verbunden. In Deutschland entschied man sich deshalb schließlich gegen die Technik: Ende 2022 sollte der „Atomausstieg“ eigentlich abgeschlossen werden. Doch im Hinblick auf die Verknappung des Energieträgers Erdgas durch den Konflikt mit Russland sowie die Vermeidung fossiler Brennstoffe werden Rufe nach einer Verlängerung der Laufzeiten der verbliebenen Kernkraftwerke laut. In anderen Ländern blickt man indes weit weniger kritisch auf die Nutzung der Nuklearenergie – sie wird ausgebaut.

Im ersten Teilartikel des Titelthemas „Kernkraft spaltet die Welt“ beleuchtet die bdw-Autorin Maria Engel zunächst einen Aspekt, der gegen eine Nutzung der Kernkraft spricht: Der Ukraine-Krieg hat die Gefahr aufgezeigt, die von Kernkraftwerken ausgehen kann, die in Krisengebieten betrieben werden. Wie sie berichtet, gab es schon vor dem Beispiel des ukrainischen Kernkraftwerks in Saporischschja militärische Angriffe auf Nuklearanlagen. Die Autorin verdeutlicht dabei, warum nicht nur durch Raketenbeschüsse nukleare Katastrophen drohen, sondern auch durch beeinträchtigte Infrastrukturen in Krisengebieten. Denn für einen sicheren Betrieb der komplexen Anlagen sind eine stabile Versorgung mit Wasser und elektrischem Strom nötig. Trotz der großen Risiken setzen allerdings etliche Länder in Krisenregionen auf die Nutzung der Kernenergie, berichtet Engel.

Müssen Vor- und Nachteile neu bewertet werden?

Im Artikel „Die Klimabilanz der Kernenergie“ befasst sich die Autorin dann mit der Frage, wie weit die angebliche Klimafreundlichkeit der Nukleartechnik tatsächlich reicht. Klar ist: Anders als bei der Stromerzeugung aus Kohle oder Erdgas setzt ein Kernkraftwerk keine klimaschädlichen Abgase frei. Dennoch handelt es sich keineswegs um eine CO2-freie Form der Energieerzeugung. Denn neben Bau und Abriss entstehen vor allem durch die Bereitstellung der Brennelemente erhebliche Klimabelastungen, verdeutlicht Engel. Es sind deshalb komplexere Betrachtungen der Klimabilanz nötig, geht aus dem Artikel hervor.

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Anschließend stehen die Diskussion um die Verlängerung der Laufzeit deutscher Kernkraftwerke im Fokus sowie die langfristige Perspektive der Nuklearenergie. Der bdw-Technik-Redakteur Ralf Butscher hat dazu ein Interview mit dem Karlsruher Energiewissenschaftler und Kernkraftexperten Thomas Walter Tromm über zahlreiche Aspekte des Themas geführt. Er betont: „Die Diskussion um die Kernkraft hat viele Facetten“. Tromm sieht im Weiterbetrieb der drei Kernkraftwerke, die laut Plan Ende des Jahres abgeschaltet werden sollen, durchaus eine sinnvolle Möglichkeit, die aktuelle Notsituation zu überbrücken. Vor dem Hintergrund der geopolitischen Entwicklungen erwartet der Experte außerdem einen weiteren Ausbau der Kernkraft in der Welt – auch wenn sich Deutschland wohl letztendlich von der Kernkraft abwenden wird.

Abgerundet wird das Titelthema in diesem Zusammenhang durch einen Blick auf „Den langen Weg zurück“: In dem Artikel berichtet Engel über die Herausforderung des geplanten Abrisses der Atomkraftwerke in Deutschland. Dieser Prozess kann ihr zufolge länger dauern als Bau oder Betrieb. Dabei ist offenbar auch immer mit radioaktiven „Überraschungen“ zu rechnen. Statt abzuwarten, bis die Radioaktivität abgeklungen ist, soll ein aufwendiger Rückbau der Anlagen eine sichere Entsorgung gewährleisten, geht aus dem Artikel hervor.

Das Titelthema „Kernkraft spaltet die Welt“ finden Sie in der August-Ausgabe von bild der wissenschaft, die ab dem 19. Juli im Handel erhältlich ist.

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