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Erde|Umwelt Gesundheit|Medizin

Kleine Babys, hohe Weichmacherkonzentrationen

Die vieldiskutierten Weichmacher im Kunststoff könnten ein Risikofaktor für Untergewicht bei Neugeborenen sein. Darauf deuten die Ergebnisse einer kleinen Studie chinesischer Forscher hin, in der ein sehr niedriges Geburtsgewicht mit einer überdurchschnittlichen Belastung des Kindes durch sogenannte Phthalate, eine Gruppe weitverbreiteter Weichmacher, einherging. Zwar sei damit ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Gewicht und damit der Entwicklung der Kinder im Mutterleib und den Weichmachern nicht bewiesen. Die Studie trage jedoch zu der wachsenden Besorgnis in Bezug auf die weitverbreiteten Substanzen bei, die ähnlich wie Hormone wirken können und die Entwicklung Ungeborener im Tierversuch nachweislich beeinträchtigen.

Die Wissenschaftler untersuchten in den Jahren 2005 und 2006 insgesamt 201 Neugeborene und ihre Mütter. 88 Kinder waren mit einem unterdurchschnittlichen Gewicht auf die Welt gekommen, 113 Kinder galten als normalgewichtig. Die Forscher testeten das mütterliche Blut, das Nabelschnurblut und den ersten Stuhl der Kleinen auf Phthalate. Ergebnis: In über 70 Prozent der Proben fanden sich entweder die Weichmacher selbst oder Stoffwechselprodukte davon, wobei die Kinder mit Untergewicht im Schnitt einer größeren Phthalat-Menge ausgesetzt waren als die mit Normalgewicht.

Neugeborene sind in China damit offenbar praktisch überall den Chemikalien ausgesetzt, schließen die Forscher. Besonders zwei Phthalat-Varianten scheinen dabei mengenabhängig mit einem niedrigen Geburtsgewicht assoziiert zu sein. Der Kontakt mit den Weichmachern im Mutterleib könnte daher das Risiko für Untergewicht der Neugeborenen erhöhen und damit auch die Gefahr von Komplikationen im Kindesalter sowie später die Wahrscheinlichkeit für Stoffwechselerkrankungen beeinflussen.

Phthalate werden vielen Kunststoffen als Weichmacher zugesetzt und können von dort aus in Lebensmittel oder Getränke gelangen. Da sie eine ähnliche Wirkung haben können wie weibliche Geschlechtshormone, gelten sie als gesundheitlich bedenklich. Trotzdem sind sie mittlerweile in der Umwelt weit verbreitet.

Renshan Ge (Fudan-Universität, Shanghai) et al.: Journal of Pediatrics, Online-Vorabveröffentlichung , doi: 10.1016/j.jpeds.2009.04.007 ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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