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Erde|Umwelt Gesundheit|Medizin

Klimaabhängiger Krankheitsverlauf

Bei Menschen, die an Multipler Sklerose leiden, verschlimmert sich die Krankheit in den wärmeren Monaten weitaus häufiger als im Winter. Das haben US-Forscher herausgefunden, die die Gehirnscans von über vierzig Multiple-Sklerose-Patienten mit Wetterdaten abgeglichen haben. Die Studie könnte einen großen Einfluss auf klinische Tests von Medikamenten zur Behandlung der Krankheit haben: Den Erkenntnissen zufolge hätte der Zeitpunkt im Jahr, zu dem die oft nur sechsmonatigen Tests beginnen, eine entsprechend positivere oder negativere Bewertung der Medikamente zur Folge.

Für ihre Studie verglichen die Wissenschaftler um Dominik Meier, vom Brigham and Women?s Hospital in Boston, die zwischen 1991 und 1993 entstandenen Magnetresonanztomographie-Aufnahmen von 44 Patienten mit Wetterdaten desselben Zeitraums. Die Teilnehmer waren zum Zeitpunkt der Gehirnscans zwischen 25 und 52 Jahre alt und litten an einer bisher unbehandelten Multiple-Sklerose-Erkrankung. Jeder Patient unterzog sich ein Jahr lang insgesamt 22 Untersuchungen. Zu den Wetteraufzeichnungen zählten Daten zur Temperatur, Sonneneinstrahlung und Niederschlagsmenge.

Nach einem Jahr diagnostizierten die Wissenschaftler bei 31 Versuchspersonen insgesamt 310 neue Entzündungsherde. Die meisten traten während der Frühlings- und Sommermonate auf, wobei die Anzahl der Schäden in dieser wärmeren Zeit zwei- bis dreimal höher war als in den übrigen Monaten des Jahres. Die Studie werfe ein völlig neues Licht auf die Entwicklung von Medikamenten gegen die Multiple Sklerose, sagen die Forscher. Von Frühling bis Winter durchgeführte klinische Studien könnten einen zunehmenden Rückgang der Erkrankung aufzeigen, wohingegen Studien für dasselbe Medikament, die im Winter beginnen, widersprüchliche Ergebnisse haben könnten.

Multiple Sklerose ist eine chronische Erkrankung des Zentralnervensystems und zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Hierbei richtet sich das Immunsystem des Körpers, das sonst für die Abwehr von Krankheitserregern und schädlichen Stoffen sorgt, gegen körpereigenes Gewebe. Im Falle der Multiplen Sklerose greifen die Abwehrzellen die Markscheiden der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark an. Die Erkrankung tritt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf und verläuft in Schüben. Zu den häufigsten Symptomen gehören körperliche Empfindungsstörungen, Sehstörungen und Lähmungen der Muskulatur. Trotz großer wissenschaftlicher Anstrengungen ist die Krankheit derzeit noch nicht heilbar, jedoch können durch eine gezielte Therapie die Entzündungen verringert und so die Lebensqualität des Betroffenen aufrechterhalten werden. In Deutschland sind etwa 120.000 Menschen von Multipler Sklerose betroffen.

Dominik Meier (Brigham and Women?s Hospital, Boston) et al.: Neurolgy, Bd. 74, Nr. 9 ddp/wissenschaft.de ? Gwydion Brennan
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