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Erde|Umwelt

Lärm macht Goldfische nervös und schwerhörig

Goldfische werden in einer lauten Umgebung sehr schnell schwerhörig: Schon nach zehn Minuten Lärm können die Fische leisere Geräusche nicht mehr wahrnehmen, entdeckten amerikanische Forscher. Diese Schwerhörigkeit hält mehrere Wochen an, in denen die Fische große Probleme bei der Partnerwahl und auch bei der Orientierung unter Wasser haben, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Experimental Biology (Bd. 207, S. 427). Diese Ergebnisse bestätigten die Vermutung, dass nicht nur große Meeressäuger wie Wale und Delphine unter der ständig steigenden Lärmbelastung in Seen und Ozeanen leiden, sondern dass auch Fische zum Teil schwere Schäden davontragen können.

Goldfische reagieren auf laute Geräusche besonders empfindlich, da sie ein außergewöhnlich gutes Gehör haben. Bei ihnen wirkt die Schwimmblase wie ein akustischer Verstärker, der Schallwellen aufnimmt und an das Innenohr weiterleitet. Daher untersuchten Michael Smith, Andrew Kane und Arthur Popper von der Universität von Maryland in College Park, welche Folgen eine andauernde Lärmbelastung auf das Gehör und den allgemeinen Gesundheitszustand der Tiere hat.

Die Forscher produzierten in den Aquarien der Fische mit einem Unterwasserlautsprecher ein lautes Rauschen und überprüften zu bestimmten Zeitpunkten, wie gut die Tiere noch hörten und ob sie Anzeichen von Stress zeigten. Bereits nach zehn Minuten fanden die Wissenschaftler erhöhte Mengen von Stresshormonen und eine Abnahme der Hörfähigkeit bei den Fischen. Mussten die Tiere den Lärm länger ertragen, ging zwar der Stress zurück, der Hörschaden nahm jedoch weiterhin zu. Erst einige Wochen nach dem Ende der Lärmbelastung konnten die Fische wieder so gut hören wie zuvor.

Eine so schnell einsetzende Schädigung des Gehörs könne fatale Folgen für die Tiere haben, schreiben die Forscher. Wenn die Fische nicht mehr richtig hören könnten, hätten sie Schwierigkeiten bei der Kommunikation, der Orientierung und auch der Partnerwahl. Möglicherweise schütze die Abnahme der Hörfähigkeit die Tiere aber gleichzeitig davor, ständig unter starkem Stress zu stehen: Durch die Gehörschädigung werde der andauernde Lärm gedämpft und löse daher keine Stressreaktion mehr aus.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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