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Erde|Umwelt

Lebendige Flaschenpost

Japanische Aale sind sehr wählerisch, wenn es um ihren Laichplatz geht: Sie schwimmen Tausende von Kilometern durch ostasiatische Flüsse und den Pazifik, um ihre Eier in einem ganz bestimmten, kleinen Gebiet im Philippinischen Becken des Pazifiks abzulegen. Von dort aus treiben die Fischlarven mit dem warmen Kuroshio-Strom wieder nordwärts Richtung Japan. Das hat der japanische Ozeanologe Katsumi Tsukamoto von der Universität von Tokio herausgefunden und damit das langjährige Rätsel um den Laichplatz der Süßwasserfische gelöst.

Flussaale wie der Amerikanische, Europäische oder Japanische Aal sind Weltenbummler: Sie wachsen in Flüssen auf und wandern ins Meer, sobald sie geschlechtsreif sind. Japanische Jungtiere leben in Flüssen in China, Japan, Taiwan und Korea. Zum Laichen verlassen sie ihre Heimatgewässer und schwimmen südwärts in den Pazifik. Das hatte Tsukamoto bereits Anfang der neunziger Jahre herausgefunden.

Nun konnte der japanische Meeresforscher den Eiablageplatz genau lokalisieren. Dazu fuhr er mit seinem Team auf dem Forschungsschiff Hakuho-maru in das Philippinische Becken des Pazifiks und suchte nach den transparenten, flachen Larven von Japanischen Aalen, den so genannten Weidenblattlarven. Fündig wurde er nur in einem sehr kleinen Gebiet bei einem Unterseeberg westlich der Inselgruppe der Marianen.

Mittels Genanalyse konnte er die Larven als Japanische Aale im Entwicklungsstadium identifizieren. Exemplare, die der Forscher nahe des unterseeischen Berges eingesammelt hatte, waren nur wenige Zentimeter groß und erst wenige Tage alt. Ältere, weiter entwickelte Tiere hingegen waren schon ein Stück weit getrieben worden.

Die Aale legen ihre Eier genau an diesem Ort ab, damit ihre Brut mit den Meeresströmungen zum Eingang des starken, warmen Kuroshio-Stroms driften könne, erklärt Tsukamoto. Der Kuroshio-Strom transportiert die reifenden Fische dann zurück nach Nordostasien, wo sie aufwachsen. Verfehlen die Aale den perfekten Laichplatz auch nur um weniges, so gelangt ihr Nachwuchs in eine südwärts fließende Meeresströmung und bringt die Larven an Orte fernab ihrer natürlichen Lebensräume.

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Katsumi Tsukamoto (Universität Tokio): Nature, Bd. 439, S. 929 ddp/wissenschaft.de ? Anna-Lena Gehrmann
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