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Menschen sind Rechts-Ohrer

Wer etwas von einem anderen will, muss sein Gegenüber von rechts ansprechen: Menschen nehmen Aufforderungen im Alltag nämlich besser wahr, wenn sie sie mit dem rechten Ohr hören als mit dem linken. Luca Tommasi und Daniele Marzoli von der Universität in Chieti haben das Phänomen in Nachtklubs untersucht und festgestellt, dass Menschen in Alltagssituationen eine natürliche Tendenz haben, mit dem rechten und nicht mit dem linken Ohr hinzuhören. Dieses Verhalten hat sich vermutlich entwickelt, damit das Gehirn akustische Reize besser verarbeiten kann, berichten die Forscher.

In der ersten Studie verfolgten Tommasi und Marzoli die Gespräche von 286 Diskobesuchern und beobachteten, dass 72 Prozent der Kommunikation über das rechte Ohr des Zuhörers geschah. Diese Präferenz des Menschen für das rechte Ohr ist aus Laborstudien bekannt, wurde jedoch noch nie in einer Alltagssituation nachgewiesen. In einer zweiten Studie näherten sich die Wissenschaftler den Diskobesuchern und murmelten unverständliche, bedeutungslose Worte, so dass die Probanden ihnen entweder das linke oder rechte Ohr zuwandten, um sie zu verstehen. Bei diesem Test schienen nur Frauen eine gleich bleibende Tendenz zum rechten Ohr zu zeigen. In der dritten Studie sprachen die Forscher die Probanden schließlich gezielt von rechts oder von links an und fragten sie nach einer Zigarette. Wenn sie die Diskobesucher von rechts ansprachen, erhielten sie deutlich mehr Zigaretten, als wenn sie sie von links ansprachen.

Die Präferenz des rechten Ohrs für akustische Reize hat sich vermutlich entwickelt, weil Sprache überwiegend in der linken Hirnhälfte verarbeitet wird, die für die rechte Körperseite zuständig ist. Gelangt ein akustischer Reiz zum rechten Ohr, so schwächt das Gehirn die Verarbeitung des Reizes in der rechten Hirnhälfte ab und verstärkt sie gleichzeitig in der linken Hirnhälfte. Vermutlich hat der Mensch deshalb eine starke Neigung entwickelt, Aufforderungen vor allem mit dem rechten Ohr wahrzunehmen. Ein solch einseitiges Verhalten existiert nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Tieren. Es hat sich vermutlich bei einem frühen gemeinsamen Vorfahren entwickelt, um die Kommunikation zwischen Artgenossen zu verbessern und die sozialen Netzwerke zu stärken, schließen die Forscher aus ihren Ergebnissen.

Luca Tommasi und Daniele Marzoli (Universität in Chieti): Naturwissenschaften , doi:10.1007/s00114-009-0571-4 ddp/wissenschaft.de ? Stefanie Strauch
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