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Ostafrika

Mit dem Mais kommt die Seuche

Maisfeld
Mehr Maisfelder in Afrika erhöhen die Pestgefahr (Foto: Ecoview/Fotolia.com)
Nahrung ist in vielen Regionen Afrikas knapp. Um Abhilfe zu schaffen, werden immer mehr Naturlandschaften in Felder umgewandelt – das soll den steigenden Nahrungsbedarf decken. Und bringt gleichzeitig neue Gefahren, warnen Forscher: Die Ausbreitung des Maisanbaus in Ostafrika erhöht die Gefahr von Pest-Epidemien in diesen Regionen.

Um die Nahrungsversorgung zu verbessern, haben in den letzten Jahren einige afrikanische Länder großangelegte Projekte zur Erweiterung der landwirtschaftlichen Flächen begonnen. Allein Kenia sollen 400.000 Hektar bisher naturbelassenes Land in bewässerte Felder umgewandelt werden. Im Norden Tansanias ist die landwirtschaftlich genutzte Fläche in den letzten Jahrzehnten bereits um rund 70 Prozent gewachsen, wie Hillary Young von der University of California in Santa Barbara. Und ihre Kollegen berichten.

Mehr Mais – mehr Mäuse

Doch diese Expansion könnte eine neue Gefahr bringen: die Pest. Denn die Regionen, in denen der Maisanbau ausgedehnt wurde, gehören zu den Hotspots der Pestausbrüche. Immer wieder gab es in Tansania lokale Epidemien, allein von 1980 bis 2001 wurden der World Health Organization (WHO) 8490 Fälle gemeldet. 675 Menschen starben, weil sie nicht oder nur unzureichend behandelt worden waren.

Young und ihre Kollegen haben in einer Studie vor Ort untersucht, ob die veränderte Landnutzung einem Einfluss auf die Seuchengefahr im Norden Tansanias hat. Tatsächlich fanden sie einige bedenkliche Entwicklungen: So nahm die Population der Vielzitzenmäuse ( Mastomys natalensis) im Umfeld von Maisfeldern um das 20-Fache zu. Diese Nagetiere sind dafür bekannt, gleich mehrere Krankheiten übertragen zu können, darunter die Pest, aber auch das Lassafieber. Zudem können sie sich rasant vermehren.

„Geradezu ideale Bedingungen für die Pest“

Wie die Forscher feststellten, stieg parallel dazu auch der Anteil der Mäuse, die von Flöhen befallen waren – den Insekten, die durch ihren Biss die Erreger von der Maus auf den Menschen übertragen. Bei näherer Untersuchung erwiesen sich viele dieser Nagetierflöhe bereits als Träger der Pest. Gleichzeitig lagern die Farmer ihre Maisvorräte sehr nah an ihren Wohngebäuden und locken damit Mäuse an. Der Kontakt infizierter Tiere mit dem Menschen nimmt dadurch unweigerlich zu. „Die Einführung des Maisanbaus in naturbelassene Gebiete schafft damit geradezu perfekte Bedingungen für eine Übertragung der Pest“, warnt Young.

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„Dieses Ergebnis gibt uns ein weiteres Beispiel dafür, wie vernetzt unsere Welt ist“, kommentiert Christopher Plowe, Präsident der American Society of Tropical Medicine and Hygiene. „Es ist deshalb wichtig zu prüfen, welche Auswirkungen es hat, wenn wir die Landnutzung verändern.“ Gerade in Afrika sei die Nahrungsproduktion ein großes Problem. Um negative Folgen zu vermeiden, müssen gerade dort Landwirtschaft, lokale Gemeinden und die Medizin eng zusammenarbeiten.

Quelle: American Journal of Tropical Medicine and Hygiene

© natur.de – Nadja Podbregar
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