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Nabelschnurblutstammzellen produzieren Insulin

Amerikanischen und britischen Biotechnologen ist es gelungen, Stammzellen aus Nabelschnurblut im Labor Insulin produzieren zu lassen. Damit haben sie nach eigenen Angaben erstmals gezeigt, dass die noch unspezialisierten Zellen aus der Nabelschnur prinzipiell in der Lage sind, die Insulinproduktion zu übernehmen und damit auch das Potenzial besitzen, einmal defekte Bauchspeicheldrüsenzellen bei Diabetikern zu ersetzen. Bis dahin sei es jedoch noch ein weiter Weg, und die neuen Ergebnisse seien lediglich ein kleiner Schritt, so die Forscher.

Stammzellen aus Nabelschnurblut sind genau wie Knochenmarksstammzellen in der Lage, sich in Blut- und Immunzellen zu verwandeln. Zusätzlich können sie jedoch noch weitere Zellarten wie Muskel- und Nervenzellen bilden. Diese Fähigkeit schürte seit ihrer Entdeckung Ende der 1980er Jahre die Hoffnung, aus ihnen irgendwann einmal maßgeschneidertes Gewebe züchten zu können, mit dem sich beispielsweise das defekte Bauchspeicheldrüsen- oder Nervengewebe bei Krankheiten wie Diabetes oder Parkinson ersetzen lässt.

Mit einem Verfahren, mit dem auch bereits embryonale Stammzellen aus Mäusen in insulinproduzierende Zellen umgewandelt werden konnten, gelang Larry Denner und seinem Team nun der erste Schritt in diese Richtung: Ihre kultivierten Nabelschnurblutstammzellen ähnelten nach einer Behandlung mit verschiedenen Signalstoffen den insulinproduzierenden Betazellen
der Bauchspeicheldrüse und produzierten sowohl eine Insulinvorstufe als auch Insulin selbst. Das zeige, dass die Zellen in der Lage waren, alle Schritte zum Aufbau des Hormons auszuführen, so die Forscher. Als nächstes muss sich erweisen, ob die Verwandlung der Stammzellen auch im lebenden Organismus gelingt und ob sie tatsächlich die Funktion der Bauchspeicheldrüsenzellen übernehmen können. Noch handele es sich um sehr grundlegende Arbeiten, die nicht mehr als eine Art Machbarkeitsstudie seien, so die Wissenschaftler.

Nabelschnurblutstammzellen werden direkt nach der Geburt eines Kindes aus der Nabelschnur isoliert und können anschließend in gefrorenem Zustand aufbewahrt werden. Verwendet werden sie heute beispielsweise für Stammzelltransplantationen bei Leukämiepatienten, denen sie nach einer Chemotherapie helfen, Immunsystem und blutbildendes System neu aufzubauen. In die öffentliche Diskussion gerieten die Stammzellen vor allem durch private Nabelschnurblutbanken, in denen Eltern gegen eine Gebühr die Zellen ihres Kindes einlagern lassen können, um sie im Falle einer späteren Erkrankung dieses Kindes zur Verfügung zu haben ? eine Methode, deren Nutzen sehr umstritten ist. Alternativ können die Zellen kostenlos an öffentliche Blutbanken gespendet werden, die sie bei Bedarf jedem mit den passenden Gewebemerkmalen zur Verfügung stellen.

Larry Denner (Universität von Texas, Galveston) et al.: Cell Proliferation, Bd. 40, S. 367 ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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