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Luftverschmutzung durch Chlor-Verbindung

Neue Gefahr für die Ozonschicht?

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Blick auf die Erdatmosphäre vom Orbit aus (Foto: NASA)
Forscher haben in der Atmosphäre eine neue Gefahr für die Ozonschicht ausgemacht: eine sehr kurzlebige Chlor-Verbindung, deren Gehalt seit einigen Jahren rapide zunimmt. Dieses Dichlormethan ist viermal so ozonschädlich wie die alten FCKWs – und könnte ausgerechnet bei der Produktion vermeintlich ozonfreundlicher Ersatz-Treibgase entstehen.

Eigentlich ist die Ozonschicht schon seit Längerem auf dem Wege der Besserung. Denn seit 1989 ist mit dem Montreal-Protokoll die Emission ozonschädlicher FCKWs, Fluorchlorkohlenwasserstoffe und ähnlicher Verbindungen verboten. Doch es gibt ozonschädliche Chemikalien, die in diesem Abkommen nicht erfasst sind, dazu gehören eine Reihe von extrem kurzlebigen Chlor- und Brom-Verbindungen. Weil diese sich nur maximal sechs Monate in der Atmosphäre halten und bisher nur in sehr geringen Konzentrationen vorkamen, galten sie bislang als nicht bedrohlich.

Unerwartete Zunahme

Doch eine dieser Verbindungen sorgt jetzt für Überraschung – und Beunruhigung. Denn ihre Konzentration in der Atmosphäre hat in den letzten 20 Jahren rapide zugenommen, wie Ryan Hossaini von der University of Leeds und seine Kollegen in ihrer Studie feststellten. Im Durchschnitt steigen die Konzentrationen um 7,7 Prozent pro Jahr. „Diese für das Dichlormethan beobachtete Zunahme ist erstaunlich und unerwartet“, konstatieren die Forscher.

Bedenklich ist dies vor allem deshalb, weil Dichlormethan und Co eine fast viermal stärkere Klimawirkung entfalten als langlebigere Halogen-Verbindungen. „Die kurzlebigen Verbindungen zerstören das Ozon im untersten Teil der Stratosphäre“, erklärt Hossaini. „Doch jedes Ozonmolekül, das hier verloren geht, hat einen weitaus stärkeren Klimaeffekt als diejenigen, die in größerer Höhe zerstört werden.“

Gefahr für Regenerierung der Ozonschicht

Noch ist der Einfluss des Dichlormethans auf die Ozonschicht zwar eher moderat, wie die Forscher betonen. „Aber wenn die jetzige Zunahme weiter anhält, dann könnte dies einige der positiven Wirkungen des Montreal-Protokolls wieder zunichte machten“, warnen die Forscher. Die Emissionen des Dichlormethans müssen daher ihrer Ansicht nach unbedingt weiter überwacht werden.

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Woher das Dichlormethan genau stammt, ist noch nicht klar. Die Forscher vermuten aber, das es als Zwischenprodukt freigesetzt wird – und das ausgerechnet bei der Produktion der ozonschonenderen FCKW-Alternativen. „Das würde bedeuten, dass ironischerweise gerade die Produktion dieser Chemikalien jetzt neue ozonschädliche Stoffe in die Atmosphäre bringt“, so Hossaini.

Quelle: Nature Geoscience, doi: 10.1038/ngeo2363

© natur.de – Nadja Podbregar
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