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Erde|Umwelt Gesundheit|Medizin

Neue Organe aus dem Hoden

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Aus Stammzellen aus Mäusehoden entstanden Blutgefäßzellen (grün). Bild: Shahin Rafii and Marco Seandel
Amerikanischen Wissenschaftlern ist es gelungen, aus dem Hoden von Mäusen Stammzellen zu gewinnen und daraus Blutgefäß- und Herzmuskelzellen herzustellen. Die Forscher um Marco Seandel von der Cornell-Universität in Ithaca isolierten Vorläuferformen von Spermienzellen und wandelten diese im Labor in Stammzellen um. Die Forscher sehen ihre Methode als Alternative zur Verwendung embryonaler Stammzellen.

Die Wissenschaftler entdeckten bei ihren Tests im Labor ein Molekül namens GPR125, das nur die Vorläuferformen von Spermienzellen im Mäusehoden auf ihrer Oberfläche tragen. Mit Hilfe dieses Moleküls können die Zellen leicht von anderen unterschieden und aus dem Hoden entfernt werden, erklären die Forscher. Werden die Zellen dann im Labor in einer ähnlichen Umgebung gehalten, wie sie im Mäusehoden vorkommt, wandeln sie sich nicht in Spermienzellen um, sondern in sogenannte multipotente adulte Stammzellen. Diese Stammzellen können dann viele verschiedene Gewebearten bilden. Welcher genaue biochemische Mechanismus hinter der Umwandlung der Spermienvorläufer in Stammzellen steckt, wissen allerdings auch Seandel und seine Kollegen noch nicht.

Dass die Stammzellen aus dem Hoden wirklich die Fähigkeit besitzen, neue Organe zu bilden, zeigte sich, als die Wissenschaftler einige der Zellen in frühe Mausembryonen spritzten: Bei den erwachsenen Mäusen konnten Nachfolgerzellen in vielen verschiedenen Organen gefunden werden, erklären die Forscher. Auch im Labor entwickelten sich die Stammzellen zu Blutgefäßzellen, Herzmuskel- und Nervenzellen.

Gelänge es, die Ergebnisse auch mit menschlichen Spermien-Vorläuferzellen zu wiederholen, würde das die künstliche Herstellung vieler verschiedener Gewebe ermöglichen, erklären die Wissenschaftler. Dadurch könnten beispielsweise Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen verhindert werden, denn das übertragene Gewebe stammt dann nicht von einem fremden Spender, sondern von dem Patienten selber. Das würde allerdings nur für Männer gelten. Ob sich ähnliche Stammzellen aus den Eierstöcken isolieren lassen, müsse noch in zusätzlichen Experimenten herausgefunden werden, so die Forscher.

Marco Seandel (Cornell-Universität in Ithaca) et al.: Nature, Band 449, Seite 346 ddp/wissenschaft.de ? Anja Basters
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