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Erde|Umwelt

Neues aus Südamerika

Ich berichte jetzt nach und nach, wie es uns in den vergangenen Tagen erging:

Sonntag, 18. September

Nach dem ersten Kulturschock erweist sich die Chapada dos Guimaraes – die Hochfläche, auf der wir uns befinden, als interessanter und vielseitiger Lebensraum. Zunächst geologisch: Wenn ich Prof. Burmeister richtig verstanden habe, stehen wir hier auf Meeresboden aus dem Devon. Die jüngeren Ablagerungen sind bereits vollständig abgewaschen, die Devonschicht aber ist härter, weil hier beim Verdampfen von Wasser Mineralien an die Oberfläche gestiegen sind wie bei der Entstehung des Wüstenlacks bei Paracas. Das Devon ist ziemlich lange her, rund 320 Millionen Jahre. Damals gab es nur Meereslebewesen. Darum findet man auf der Chapada versteinerte Muscheln und Armfüßler. Das ist eine Tiergruppe, die heute nicht mehr viel zu sagen hat.

Millionen Jahre hat es gedauert, bis sich die Sandsteinschichten aufgebaut hatten, auf denen unser Hotel steht. Doch sie werden nach und nach weggespült werden, in den Atlantik hinaus. Der Tafelberg in der Mitte des südamerikanischen Kontinents wird immer kleiner.

Unser Hotel steht direkt am Kliffrand. Wir sehen hinab auf Cuiaba, wo unser Fremdenführer Benedito Biologie studiert hat und immer noch wohnt. Sein Freund Fabiano wohnt in dem kleinen Ort Chapada selbst, in den sich kaum ausländische Touristen verirren. Er zeigt uns gern das wilde Leben in der Nachbarschaft. Und er hat dabei eine Mission: Die Welt soll erfahren, dass es in Brasilien unberührte Natur auch außerhalb von Nationalparks gibt. Es ist nicht alles gefährdet. „Hier findet man Spuren vom Tapir, vom Puma und vom Großen Ameisenbär fünf Minuten vor der Stadt.“ Er zeigt uns einige davon auf dem Sandweg, auf dem wir laufen. Er ist gesäumt vom Bauschutt neuer Anwohner. Wer hier Land kauft, so erklärt uns Fabiano, muss ab einer gewissen Größe 30 Prozent brach liegen lassen. Eine Naturschutzmaßnahme. In Amazonien sind es sogar 80 Prozent, die unberührt bleiben müssen. Offiziell zumindest.

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Je nach Höhe findet man Regenwald oder Cerrado, Trockensteppe. Der Hauptunterschied liegt in der Größe der Pflanzen. Eine lila Blüte am trockenen Boden erweist sich als Jacaranda. Dieselbe Pflanze wird im feuchten Tal baumgroß. Das Cerrado ist also Grasland, durchsetzt von Bonsai-Bäumen mit dicker Rinde, die vor Austrocknung schützen. Aber es gibt hier auch Bauernhöfe. Wir stoppen zwischen Zuckerrohr- und Bananenfeldern, die von Bougainvillea- und Hibiskushecken geschützt sind. Fabiano schneidet sich ein paar Triebe ab, für seinen eigenen Garten. Auch Baumwolle wächst hier, sogar wild.

Wir besuchen den Wasserfall mit dem schönen Namen „Véu-da-Noiva“, Brautschleier. Ein Raubvogel kreist hier. Später kommen rot-blaue Aras paarweise angeflogen. „Das war nicht geplant“, sagt Reiseleiter Andreas Groß. Wir haben einfach Glück. Die Kameras klicken.

Zwei aus unserer Reisegruppe haben Geburtstag. Wir feiern am Abend in einem schlichten Lokal in der Innenstadt. Weil es heiß ist, werden nach dem Essen Stühle vor die Tür auf die Straße gestellt, dort wird weitergetrunken. Wir benehmen uns schon wie echte Südamerikaner.

Alle Berichte von Judith Rauch aus Südamerika finden Sie hier.

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