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Schon 33 tote Kegelrobben in Mecklenburg-Vorpommern angespült

Ostsee: Tote Robben geben Rätsel auf

Kegelrobben
Zwei Tote Kegelrobben vor der Bergung (Jens Heischkel / Deutsches Meeresmuseum)
Ungewöhnliche Häufung: in diesem Jahr wurden bereits 33 tote Kegelrobben an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gefunden – das ist mehr als jemals zuvor in den letzten 50 Jahren, wie Meeresforscher berichten. Warum diese bei uns ohnehin seltenen Robben gestorben sind, wird noch untersucht.

Die bis zu 2,50 Meter großen Kegelrobben (Halichoerus grypus) waren einst an unseren Küsten genauso häufig wie die Seehunde. Doch intensive Bejagung und gezielte Tötungen durch Fischer haben ihren Bestand bereits Ende des 19. Jahrhunderts stark reduziert. Heute gibt es in der Nordsee wieder Bestände der Kegelrobben, aus der Ostsee waren sie dagegen lange komplett verschwunden. Erst seit dem Jahr 2000 gibt es wieder vereinzelte Sichtungen dieser Robbenart im Gebiet des Greifswalder Boddens.

Schon 33 Totfunde in diesem Jahr

Umso besorgniserregender sind die aktuellen Funde: Seit Anfang dieses Jahres wurden bereits 33 tote Kegelrobben an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gefunden. Das sind ungewöhnlich viele, wie das für die Bergung und Untersuchung der Tiere zuständige Deutsche Meeresmuseum berichtet. Noch nie in den letzten 50 Jahren wurden so viele tote Kegelrobben auf einmal gemeldet.

Besonders viele Robben sind im letzten Monat gestorben: Allein vom 19.September bis zum 19.Oktober haben Fischer und Strandspaziergänger bereits 13 tote Robben am Greifswalder Bodden gemeldet. Das ist mehr als in den gesamten 25 Jahren zuvor in diesem Zeitraum. Seltsam ist dies auch deshalb, weil im gleichen Monat nur zehn lebende Kegelrobben an ihren Hauptaufenthalts-Plätzen gesichtet worden sind.

Ursachen noch unbekannt

Warum die Kegelrobben gestorben sind, ist bisher noch unbekannt. Die toten Robben werden aktuell intensiven pathologischen Untersuchungen unterzogen. Forscher testen die Tiere dabei auf mögliche Viruserkrankungen, bakteriologische Infektionen, Vergiftungen und den Befall durch Parasiten in Lunge, Herz, Leber und Magen-Darm-Trakt.

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Die Untersuchungen sollen auch klären, ob Faktoren wie die Meeresverschmutzung, Nahrungsverfügbarkeit oder sonstige menschliche Aktivitäten einen Einfluss haben. Dafür überprüfen die die Tiere auf Verletzungen und untersuchen die Mägen der toten Kegelrobben auf verschluckte Plastikpartikel hin. Genetische Analysen sollen zudem Hinweise auf die Herkunft der Tiere geben.

Die Wissenschaftler bitten alle Besucher und Anwohner der Ostsee, Totfunde von Robben, aber auch Schweinswalen unbedingt zu melden. Möglich ist dies im Internet unter www.schweinswalsichtung.de oder per E-Mail an sichtungen@meeresmuseum.de. Auch Fotos lebender Kegelrobben sind hilfreich, denn sie helfen, die Tiere anhand ihres Fellmusters zu identifizieren und herauszufinden, wie viele Tiere unsere Küsten frequentieren.

Quelle: Deutsches Meeresmuseum (DMM)

© natur.de – Nadja Podbregar
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