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Bei erhöhten CO2-Werten im Wasser sterben mehr Fischlarven

Ozeanversauerung bedroht Kabeljau-Nachwuchs

Dorschlarve
Dorschlarven reagieren sensibel auf saures Wasser – es sterben mehr von ihnen (Foto: Fredrik Jutfelt)
Der Kabeljau hat es schwer: Immer wieder lässt Überfischung die Bestände schrumpfen oder sogar zusammenbrechen. Doch in Zukunft kommt für den Fisch ein weiteres Problem hinzu. Wird das Meerwasser saurer, produziert der Kabeljau weniger Nachwuchs – weil doppelt so viele Fischlarven sterben.

Der Dorsch(Gadus morhua), bei uns auch Kabeljau genannt, ist eine der kommerziell wichtigsten Fischarten im Nordatlantik. Einst kam er in riesigen Schwärmen zwischen Skandinavien, Grönland und der kanadischen Küste vor. Doch inzwischen sind seine Bestände längst überfischt und der Dorsch steht sogar als gefährdete Art auf der Roten Liste. Wie der Dorsch auf den Klimawandel und im Speziellen das durch vermehrtes CO2 saurer werdende Meerwasser reagiert, haben nun Biologen in gleich zwei Experimenten untersucht – mit wenig beruhigenden Ergebnissen.

Kabeljau-Larven im Meerwasser der Zukunft

In einem Versuch hielten die Forscher befruchtete Eier und Larven von Dorschen aus dem schwedischen Öresund sechs Wochen im Labor. Die Luft in den Becken entsprach bei einigen den heutigen CO2-Werten, bei anderen einem doppelt so hohen Wert, wie er für 2100 bei weiter anhaltendem Klimawandel prognostiziert wird. Ein ähnliches Experiment fand mit Dorsch-Nachwuchs aus der Barentssee statt.

Das Ergebnis: In beiden Versuchen starben im CO2-reicheren und damit saureren Wasser rund doppelt so viele Fischlarven ab – etwa 13 bis 20 Prozent statt wie heute sieben bis neun Prozent. Als besonders anfällig erwiesen sich die Jungfische dabei in der kritischen Phase zwischen dem Schlüpfen und der Ausbildung funktionsfähiger Kiemen, wie die Biologen beobachteten.

„Fischerei muss sich anpassen“

Was aber bedeutet dies für die Bestände des Kabeljaus in den nächsten Jahrzehnten? Um das herauszufinden, führten die Wissenschaftler Modellsimulationen durch. Dabei zeigte sich: Geht der Klimawandel so weiter wie prognostiziert und das Wasser des Nordatlantiks wird saurer, dann werden die Dorschbestände im Nordatlantik ein Viertel bis ein Zwölftel ihres Nachwuchses einbüßen.

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Die Bestände dieser wirtschaftlich wichtigen Fischart würden dadurch bei unveränderter Nutzung unter massiven Druck geraten. „Unsere Ergebnisse zeigen erstmals, wie die Ozeanversauerung zusätzlich zum Fischereidruck den Beständen eines kommerziell wichtigen Speisefischs zu schaffen macht“, sagt Catriona Clemmesen vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.

Um die Populationen zu schützen, müsse sich die Fischerei an die Ozeanversauerung anpassen. „Ein Teil der Versauerung wird schon nicht mehr aufzuhalten sein“, sagt Martina Stiasny vom GEOMAR. „Aber je größer die Bestände sind und je verantwortlicher gefischt wird, desto mehr Nachwuchs wird es geben. Dies ermöglicht nicht nur langfristig mehr Fischerei, sondern auch eine bessere Anpassung der Bestände an Klimawandel und andere menschliche Einflüsse.“

Quelle: GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Fachartikel: PloS ONE, doi: 10.1371/journal.pone.0155448

© natur.de – Nadja Podbregar
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