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Ratten schnüffeln in Rekordzeit

Hätten Weinkenner die Nase einer Ratte, bräuchten sie für eine Weinprobe vermutlich nur 0,2 Sekunden: So schnell können die Nager nämlich auf Duftreize reagieren, berichten amerikanische Wissenschaftler im Fachmagazin Nature Neuroscience (Online-Vorabveröffentlichung). Bisher hatten Wissenschaftler angenommen, dass der Geruchssinn bei Tieren ähnlich langsam arbeitet wie beim Menschen.

Ein Forscherteam um Zach Mainen aus dem amerikanischen Cold Spring Harbor boten Ratten verschiedene Düfte an, die für Menschen in der Regel kaum oder gar nicht zu unterscheiden waren. Die Duftstoffe bestanden aus Fettsäuren, wie sie auch von Schweißfüßen und einigen Käsesorten freigesetzt werden. Bei bestimmten Düften sollten die Ratten sich entweder nach rechts oder links wenden, um eine Belohnung zu erhalten. Kleine Sonden in den Nasen der Tiere maßen, wie oft sie schnuppern mussten, bevor sie sich für eine Richtung entschieden.

Die Forscher machten es den Ratten schwer, indem sie verschiedene Fettsäuren miteinander mischten oder Substanzen nahmen, die fast identisch waren. Zur Überraschung der Wissenschaftler brauchten die Tiere aber immer nur einmal Schnuppern und wussten schon nach 0,2 Sekunden, in welcher Richtung eine Belohnung auf sie wartet. Selbst sehr schwer unterscheidbare Duftmischungen verlangsamten ihre Entscheidungsfreudigkeit auf höchstens 0,3 Sekunden.

„Verglichen mit anderen Sinnen ist der Geruchssinn schnell und nicht langsam, wie bisher angenommen wurde“, erklärt Mainen. Das sei keine Leistung der Nase, sondern des Gehirns, das bei Ratten in vieler Hinsicht ähnlich funktioniere wie beim Menschen. Der Forscher will daher mit weiteren Untersuchungen herausfinden, wie das Gehirn der Tiere in so kurzer Zeit Entscheidungen trifft und hofft, grundlegende Erkenntnisse auf den Menschen übertragen zu können.

ddp/bdw ? Andreas Wawrzinek
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