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Schutz vor gebrochenen Herzen

Ein im Embryo gebildetes Herzprotein könnte helfen, die Gewebeschäden nach einem Herzinfarkt zu minimieren. Das Eiweiß namens Thymosin beta-4 erhält die neugebildeten Herzzellen während der Entwicklung des Embryos am Leben und kann auch das Gewebe im ausgewachsenen Herzen vor Schäden schützen. Das haben amerikanische Wissenschaftler bei einer Studie an Mäusen entdeckt, bei denen nach Verabreichung des Proteins deutlich weniger Herzzellen nach einem Infarkt starben als ohne das Eiweiß. Die Forscher um Deepak Srivastava von der Universität von Texas in Dallas stellen ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature vor (Bd. 432, 25. November, S. 466).

Embryonen bilden Thymosin beta-4 während der Herzentwicklung. Es sorgt dafür, dass die Herzzellen an die richtige Stelle wandern und schützt sie währenddessen vor Schäden durch Einflüsse wie Sauerstoffmangel. Auch bei kultivierten Herzmuskelzellen im Labor verbessert das Protein die Überlebensfähigkeit, entdeckten Srivastava und seine Kollegen nun. Es aktiviert zusammen mit zwei anderen Eiweißmolekülen ein Regulatorprotein, das die Widerstandskraft und damit das Überleben der Zellen fördert.

Thymosin beta-4 schützt jedoch nicht nur Zellen im Labor, sondern erhält auch die Herzfunktion nach einem Herzinfarkt, zeigten weitere Versuche. Dabei hatten die Forscher bei Mäusen künstlich einen Infarkt verursacht und ihnen direkt anschließend entweder Thymosin oder ein Placebo verabreicht. Bei den mit Thymosin behandelten Mäusen starben deutlich weniger Zellen im betroffenen Gewebe ab als bei der Kontrollgruppe. Dadurch war die Leistungsfähigkeit des Herzens auch mehrere Wochen nach dem Infarkt deutlich besser, schreiben die Wissenschaftler.

In weiteren Versuchen wollen Srivastava und seine Kollegen nun herausfinden, welche Dosis des Proteins am effektivsten ist und in welchem Zeitrahmen nach einem Infarkt die Verabreichung noch eine Wirkung zeigt. Sollte sich die positive Wirkung dann auch beim Menschen bestätigen, könnte die Thymosin-Therapie eine Alternative zur momentan favorisierten Stammzelltherapie gegen die Folgen von Herzinfarkten sein, schreiben die Wissenschaftler.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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