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Ergebnisse der Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel"

Shootingstar Erlenzeisig – Sorgenkind Grünfink

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Der Erlenzeisig sorgte für eine Überraschung (Foto: Frank Hecker)
Die Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ war erneut ein großer Erfolg: 91.000 Menschen haben im Januar eine Stunde lang ihre gefiederten Gartenbesucher gezählt. Nun präsentiert der Naturschutzbund Deutschland (NABU) die Bilanz zur Bestandsentwicklung in der winterlichen Vogelwelt.

„Je mehr Bürger uns Daten über die Vögel vor ihrer Haustür übermitteln, desto genauer wird unser Schnappschuss“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. In diesem Jahr konnten sich die Organisatoren über besonders viel Unterstützung freuen: Vom 8. bis 10. Januar haben bundesweit über 91.000 Vogelfreunde ihre Ergebnisse übermittelt – im letzten Jahr beteiligten sich 77.000 Menschen. Insgesamt wurden dieses Jahr über 2,5 Millionen Vögel gezählt. Der NABU und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) haben die Daten nun ausgewertet.

Spatz erneut auf dem Spitzenplatz

Wie sie berichten, gibt es auf dem neunten Platz der häufigsten Arten in diesem Jahr eine besondere Überraschung: Der Erlenzeisig ist der Shootingstar des Winters 2016. Im Vergleich zum Vorjahr wurde der kleine gelbgrüne Finkenvogel viermal häufiger gemeldet. Sorgen macht den Vogelexperten dagegen der Grünfink, dessen Bestand erneut abgenommen hat. Der häufigste Wintervogel in Deutschland ist und bleibt der Haussperling (Passer domesticus), berichtet der NABU: Auch bei der sechsten bundesweiten Stunde der Wintervögel behauptete der Spatz damit seinen Spitzenplatz. Auf den ersten acht Plätzen folgen dann Kohlmeise, Blaumeise, Feldsperling, Amsel, Grünfink, Buchfink und Elster.

Die überraschenden Ergebnisse zum Erlenzeisig erklären die Vogelexperten so: „Der Grund ist eine sogenannte Invasion aus dem Norden. Sie tritt ein, wenn die Zeisige in Skandinavien im Sommer besonders viele Junge aufgezogen haben, für die das Futterangebot dort im Winter nicht ausreicht“, erklärt Lachmann. In dieser Saison scheint dies besonders intensiv der Fall gewesen zu sein: Es wurden mehr als doppelt so viele Erlenzeisige gesichtet wie im bisherigen Rekordjahr 2011. Die Art wurde deutschlandweit fast in jedem fünften Garten entdeckt, bei durchschnittlich 1,28 Vögeln pro Garten, berichtet der NABU.

Grünfink im Sinkflug

Weiterhin ein bedenklicher Trend zeichnet sich hingegen beim Grünfink ab: Seit der ersten Durchführung der Aktion werden von Jahr zu Jahr weniger der eigentlich weitverbreiteten Vögel gesichtet. Mit 1,8 Vögeln pro Garten sind es in diesem Winter nur noch etwas mehr als halb so viele wie 2011. Hauptverantwortlich am „Grünfinkensterben“ ist wohl eine Infektion mit dem parasitären Einzeller Trichomonas gallinae, der an Futterstellen übertragen wird, erklärt der NABU.

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Bei der diesjährigen Aktion machte sich offenbar auch ein Klimaeffekt des diesjährigen Winters deutlich bemerkbar: Wegen des Kälteeinbruchs kurz vor dem Zähltermin im Norden Deutschlands machten sich die Kraniche erneut auf die Reise: Viele hatten bis dahin versucht, in Deutschland zu überwintern, machten sich dann aber doch noch auf den Weg in den warmen Südwesten. Dabei beobachteten sie viele der Aktionsteilnehmer und meldeten das Schauspiel. Auf der Deutschlandkarte der Wintervögel bilden sich deshalb die beiden Hauptflugrouten der Kraniche deutlich ab: von der Ostsee über das Ruhrgebiet und von Berlin bis ins Saarland.

Und der Stieglitz?

Und wie sieht es mit dem Vogel des Jahres 2016 aus? Eigentlich gilt der Bestand des Stieglitzes als rückläufig. Dem scheinen die Daten aber zu widersprechen: Mit 0,51 Vögeln pro Garten erreichte der bunte Vogel in diesem Jahr sein bisher bestes Ergebnis. Doch die Vogelexperten haben Zweifel: Dieses erfreuliche Ergebnis könnte lediglich am diesjährigen „Promi-Status“ des Stieglitz liegen. Ob sich sein Bestand tatsächlich erholt, sollen nun die Ergebnisse zukünftiger Zählungen zeigen. Damit richtet sich nun also schon der Blick auf 2017. Auch dann wird es wieder heißen: Zähle deine gefiederte Besucher!

Quelle: NABU

© natur.de – Martin Vieweg
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