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Erde|Umwelt

Skurrile Lurche

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Blindwühle mit Nachwuchs. Bild: Sathyabhama Das Biju (University of Delhi) et al.
Sie leben unterirdisch und sehen aus wie Regenwürmer: Bisher waren sechs Familien der sogenannten Blindwühlen bekannt, nun konnten Forscher eine siebte hinzufügen, deren unterschiedliche Arten in Nordindien leben. Unter Biologen ist das eine Sensation, denn seit Jahrzehnten ist keine neue Familie von Amphibien mehr beschrieben worden.

Mit ihrer Verwandtschaft – Frosch, Molch und Co – scheinen sie augenscheinlich kaum etwas gemeinsam zu haben: Blindwühlen haben keine Beine oder sonstige Körperkontur und leben verborgen im Boden. Dort ernähren sie sich von genau den Tieren, denen sie selbst so ähnlich sehen: Regenwürmern. Der Name Blindwühlen leitet sich von den zurückgebildeten und von Haut abgedeckten Augen ab, die nur einfache Hell-Dunkel-Kontraste wahrnehmen können. Die unterschiedlichen Vertreter der wühlenden Wirbeltiere waren bisher vor allem aus Afrika, Südamerika und Südostasien bekannt. Aufgrund ihrer verborgenen Lebensweise gingen Forscher bereits davon aus, dass noch nicht alle Arten der Blindwühlen beschrieben sind.

Das Team um Sathyabhama Das Biju von der University of Delhi spürte nun in einigen nordostindischen Bundesstaaten gleich mehrere neue Arten auf. DNA-Analysen zeigten allerdings auch, dass es sich bei den Spezies um Vertreter einer bisher unbekannten Familie handelt. Das Biju und seine Kollegen nannten die neue Tierfamilie Chikilidae. Dieser Name stammt aus der nordostindischen Sprache und bezeichnet übersetzt einen Begriff, der dem deutschen Wort Blindwühle entspricht.

Wurzeln des Stammbaumes liegen in Afrika

Die Untersuchungen offenbarten zudem Informationen über die Stammesgeschichte dieser kuriosen Tiere: Die neu entdeckte Familie ist aus ursprünglichen Blindwühlen hervorgegangen, die vor mehr als 140 Millionen Jahren im heutigen Afrika existierten, noch bevor sich Asien von diesem Kontinent getrennt hatte. Es handelt sich also generell um eine sehr alte Gruppe von Amphibien, die sich schließlich in mehreren Regionen der Erde zu unterschiedlichen Vertretern entwickelte. Die Größe der Arten der neu entdeckten Familie reicht nach Forscherangaben von 14 bis zu 23 Zentimetern Länge. Die größten Vertreter der auch als Schleichenlurche bekannten Klasse von Amphibien leben allerdings in Südamerika: Caecilia thompsoni erreicht eine Länge von 1,5 Metern und gleicht damit eher einer Schlange als einem Wurm.

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Video: Beschreibung der Entdeckungen der Forscher (Englisch).

Sathyabhama Das Biju (University of Delhi) et al.: Proceedings“ der britischen Royal Society, doi: 10.1098/rspb.2012.0150 © wissenschaft.de ? Martin Vieweg
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♦ Ab|szis|se  〈f. 19; Math.〉 parallel zur Abszissenachse abgemessene Strecke

♦ Die Buchstabenfolge ab|sz… kann in Fremdwörtern auch abs|z… getrennt werden.

Mai|kä|fer  〈m. 3; Zool.〉 zu den Blatthornkäfern gehörender Schädling, dessen Larven (Engerlinge) sich im Boden entwickeln u. als Käfer an die Oberfläche kommen: Melolontha vulgaris

Pho|to|ele|ment  〈n. 11〉 = Fotoelement

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