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Erde|Umwelt Gesundheit|Medizin

Sonderkommando gegen Krebs: E. coli

Mithilfe von Bakterien könnten Krebsmedikamente in Zukunft viel präziser wirken und gesundes Gewebe unbeschädigt lassen. Britische Wissenschaftler haben E. coli-Bakterien gentechnisch so verändert, dass sie in die Tumorzellen von Mäusen eindringen können und die Zellen so vorbereiten, dass das Krebsmittel gezielt wirken kann. Das berichtet der Online-Dienst der Fachzeitschrift Nature.

Georges Vassaux vom Hammersmith-Hospital in London und seine Kollegen injizierten die Mikroben in die Tumoren von Mäusen. Zuvor hatten sie zwei zusätzliche Gene in die E. Coli-Bakterien eingeschleust: Eines enthält die Informationen für ein Protein, das den Bakterien hilft, in die Tumorzellen einzudringen. Das andere veranlasst die Mikroben, ihre Zellinhalte auszuschütten. Dadurch gelangt ein natürliches Enzym der Bakterien in die Tumorzellen, das ein anschließend gespritztes Krebsmedikament namens 6-MPDR aktiviert. Ohne das aktivierende Protein hätte das Mittel keinerlei Wirkung. Doch das E. Coli-Enzym verwandelt es in ein hochwirksames Gift.

In den Tumorzellen, die das aktivierende Enzym enthielten, entfaltete das Krebsmittel seine Wirkung: Die Krebszellen starben ab, während das umliegende Gewebe unbeschadet blieb. Herkömmliche Chemotherapien haben den Nachteil, dass die Medikamente auch gesundes Gewebe schädigen. Nach drei Wochen war der Tumor um zwei Drittel geschrumpft und die meisten der noch übriggebliebenen Tumorzellen waren tot.

Die Methode scheint besonders vielversprechend für einzelne Tumoren zu sein, die noch keine Metastasen gebildet haben. Bis das Mittel jedoch in klinischen Studien am Menschen getestet werden kann, sind noch viele Versuche notwendig. Andere Forscher arbeiten außerdem an ähnlichen Ansätzen, die jedoch Bakterien verwenden, die nicht gentechnisch verändert wurden. Sie arbeiten mit Mikroorganismen, die streng anaerob, also nur ohne Sauerstoff leben und daher nur in sauerstoffarmem Gewebe wie Tumorzellen gedeihen.

ddp/bdw ? Cornelia Pfaff
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