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Erde|Umwelt

Sonore Beutler

Koalas neigen offenbar zu Angeberei: Um das andere Geschlecht oder Rivalen zu beeindrucken, geben die Männchen kehlige Laute von sich und verkünden: ?Ich bin der Größte!? Im Laufe der Evolution haben die Koala-Bären dazu einen speziellen Stimmapparat entwickelt, der ihnen eine extrem tiefe und voluminöse Stimme verleiht, zeigen die Untersuchungen der Forscher um Benjamin Charlton von der Universität Wien. ?Der Ruf der Tiere klingt, als ob sie einen 50 cm langen Vokaltrakt besitzen, was fast ihrer gesamten Körperlänge entspricht. Damit hören sie sich im Schnitt lauter an als Bisons?, sagt der Biologe.

Koalas bevorzugen normalerweise einen gemütlichen Lebenswandel: Rund 19 Stunden des Tages verschlafen die Aschgrauen Beutelbären. Lediglich in der Paarungszeit zeigen sich die rundlichen Tiere aktiv: Die Männchen versuchen mit ihrem heiseren Brüllen die Weibchen zu beeindrucken und mögliche Konkurrenten einzuschüchtern. Bislang war jedoch unklar, was genau die Koala-Männchen ihren Artgenossen lautstark mitteilen und wie sie die seltsamen Laute überhaupt erzeugen. Die Wissenschaftler haben dazu nun die Anatomie der Koalas und ihr Brüllen detailliert untersucht.


Video: Rufender Koala. Credit: matthewgnielsen/Youtube

Dabei stellte sich heraus, dass bei Koalas der Kehlkopf nicht wie bei den meisten anderen Tieren weit oben im Hals, sondern auf Höhe des dritten oder vierten Halswirbels sitzt. So kann die Luft im Vokaltrakt stärker vibrieren, um der Stimme eine tiefere Resonanz zu verleihen. Durch die ebenfalls tief liegenden Muskeln, die Brustkorb und Kehlkopf miteinander verbinden, wird der Kehlkopf noch weiter nach unten gezogen, was den Effekt verstärkt, vermuten die Wissenschaftler.

Zur weiteren Untersuchung zeichneten Charlton und seine Kollegen das Brüllen von 140 Koala-Männchen auf. Die verschiedenen Stimmen glichen sie mit der Schädelgröße, die als Index für die Körpergröße gilt, der einzelnen Tiere ab. Je größer ein Koala, desto tiefer der produzierte Ton, ergaben die Vergleiche. Die nur in Australien natürlich vorkommenden Beuteltiere übermitteln mit ihrem Bass also ihre Körpergröße, folgern die Biologen. Generell sei der Ruf der Koalas aber eine ziemliche Aufschneiderei, denn die Töne suggerieren grundsätzlich eine übertriebene Größe: Die Teddybär-artigen Tiere wollen offenbar klingen wie massige Bisons, so die Wissenschaftler.

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Benjamin Charlton (Universität Wien) et al.: Journal of Experimental Biology, DOI 10.1242/jeb.061358 wissenschaft.de ? Marion Martin
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