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Kognitive Fähigkeiten im Test

Stadtvögel sind schlauer

Gimpelfink
Gimpelfink
IQ-Test fürs Federvieh: Biologen haben erstmals die kognitiven Fähigkeiten von Stadtvögeln und ihren landlebenden Artgenossen verglichen. Das Ergebnis: Urbane Piepmätze sind cleverer und mutiger.

Dass Vögel alles andere als dumm sind, belegen Experimente immer wieder. So lösen Krähen und Papageien selbst kniffligste Knobelaufgaben, Tauben können zählen und selbst Singvögel erweisen sich als lernfähig genug, um den Menschen auch mal auszutricksen. Aber wie sehr prägt das Umfeld die Intelligenz und das Verhalten der Vögel? Gibt es beispielsweise Unterschiede zwischen Vögeln, die in der Stadt leben und ihren ländlichen Artgenossen?

Um das herauszufinden, stellten Jean-Nicolas Audet von der McGill University in Montreal und seine Kollegen Barbados-Gimpelfinken (Loxigilla barbadensis) auf die Probe. Einige dieser Vögel waren in städtischer Umgebung auf Barbados aufgewachsen, andere in unberührter, kaum von Menschen geprägter Natur. Die Aufgaben waren für alle Piepmätze gleich: Um ans Futter zu kommen, mussten die Vögel beispielsweise eine Art Schublade herausziehen oder aber den Futternapf an einem Griff aus einem durchsichtigen Behälter befreien und dann noch den Deckel lüften.

Städter sind mutiger und innovativer

Das Ergebnis: Wenn es um clevere Strategien und Problemlösungen ging, hatten die Stadtvögel den Schnabel vorn. Sie waren mutiger und geschickter beim Lösen der Aufgaben und schafften es häufiger, alle Hindernisse auf dem Weg zum Futter aus dem Weg zu räumen. „Die’Gimpelfinken aus der Stadt waren den Aufgaben mit innovativer Problemlösung besser gewachsen als die Gimpelfinken aus dem ländlichen Raum“, berichtet Gaudet.

Das spricht dafür, dass die Umgebung auch bei den Vögeln einen großen Einfluss darauf hat, wie sich die Intelligenz entwickelt. Vögel, die in der komplexen und für sie neuen Umwelt der Stadt überleben wollen, müssen sich anpassen und sich häufiger neue, innovative Lösungen ausdenken, um an ihr Futter zu kommen oder Feinden zu entgehen. Das macht sie neugieriger und aufgeweckter, aber auch kreativer als ihre landlebenden Artgenossen, wie die Forscher erklären.

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Doppelter Vorteil

Noch erstaunlicher aber: Für die Stadtvögel scheint dieser kognitive Vorsprung keine Nachteile an anderer Stelle mit sich zu bringen. „Da die Stadtvögel besser bei der Problemlösung waren, haben wir erwartet, dass es einen Ausgleich gibt und dafür die Immunabwehr weniger gut arbeitet – einfach weil wir dachten, dass man nicht in allem gut sein kann“, sagt Gaudet. Denn mehr Cleverness und Mut kosten Energie, die dann an anderer Stelle fehlen müsste.

Doch weit gefehlt: „Überraschenderweise hatten die Stadtvögel sogar ein besseres Immunsystem als die Landvögel“, berichtet Gaudet. „Es scheint in diesem Fall tatsächlich so zu sein, dass die Stadtvögel einfach alle Vorteile auf ihrer Seite haben.“

Quelle: McGill University, Fachartikel: Behavioral Ecology, doi: 10.1093/beheco/arv109

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