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Studie belegt: Psychopathen haben chemisches Ungleichgewicht im Gehirn

Das Konzentrationsverhältnis zweier bestimmter chemischer Substanzen im Gehirn scheint zu beeinflussen, ob ein Mensch psychopathisches Verhalten entwickelt. Das haben schwedische Wissenschaftler in einer Studie an 28 Männern herausgefunden, die bereits schwere Gewalttaten begangen hatten. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher in der Fachzeitschrift „Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry“ (Bd. 74, S. 918).

Die Männer, die höchstens 45 Jahre alt waren, hatten sich Verbrechen wie Mord, Brandstiftung oder Vergewaltigung zuschulden kommen lassen. Unbeständigkeit, impulsives Verhalten und die Tendenz, andere durch Gewalt und Aggression zu beherrschen, zeichneten sie aus.

Neben diesen Persönlichkeitsmerkmalen untersuchten die Wissenschaftler um Henrik Soderström von der Universität Göteborg die Hirnflüssigkeit der Männer. So konnten sie die Konzentrationen zweier Substanzen bestimmen: der 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIAA) und der Homovanillinsäure (HVA). Die Forscher fanden bei allen psychopathischen Studienteilnehmern deutlich höhere Mengen an HVA und gleichzeitig niedrigere Konzentrationen an 5-HIAA als normal.

Alle Männer, die dieses chemische Ungleichgewicht aufwiesen, waren bereits als Kinder auffällig geworden. Beispielsweise hatten sie an dem so genannten Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) gelitten. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass bestimmte auffällige Verhaltensweisen im Kindesalter spätere psychopathische Störungen ankündigen könnten.

ddp/bdw ? Stefanie Offermann
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