Anzeige
Anzeige
1 Monat GRATIS testen, danach für nur 9,90€/Monat!

Erde|Umwelt

T. rex schlägt Weißen Hai

t_rex_2.gif
Der Schädel eines ausgewachsenen Tyrannosaurus rex kurz vor dem Biss.
Sie waren eine der am weitesten verbreiteten Dinosaurier-Arten und sorgen heute immer wieder für Diskussionen unter Wissenschaftlern. Mal wurde Tyrannosaurus rex als nahezu blinder, harmloser Aasfresser, dann wieder als Räuber mit enormer Beißkraft dargestellt. Eine britisches Forscherduo ist sich nun sicher: Die bis zu sechs Tonnen schweren Tiere konnten mindestens doppelt so stark zubeißen wie bislang vermutet ? und liegen in Bezug auf die Beißkraft damit doch vor den Weißen Haien.

Das einzige, was Wissenschaftlern von den Dinosauriern geblieben ist, sind ihre Skelette. ?Das erschwert es enorm, rein objektive Schlüsse zu ziehen, wie die Tiere gelebt haben und wozu sie fähig waren?, erklärt Karl Bates von der University of Liverpool. Gemeinsam mit Peter Falkingham von der University of Manchester erstellte der Biologe Computermodelle der Schädelmuskulatur von einem ausgewachsenen Tyrannosaurus rex sowie von einem etwa elf Jahre alten Jungtier. Um einen Vergleich zu heute lebenden Arten ziehen zu können, ermittelten die Forscher auch die entsprechenden Daten eines Alligatorschädels und eines menschlichen Kopfes.

T. rex schlägt Weißen Hai

Dazu scannte das Forscher-Duo die Schädel zunächst ein und erstellte dann mit Hilfe einer Software entsprechende Animationen (siehe Video). So konnten die beiden Briten nachvollziehen, mit welcher Kraft sich die Zähne des mutmaßlichen Raubsauriers in ihre Beute bohrten. Das Ergebnis zeigte: Die Saurier bissen mit einer Kraft von mindestens 20.000, noch wahrscheinlicher aber mit 35.000 bis 57.000 Newton zu. Damit übertrifft die Beißkraft von T. rex die des Weißen Hais um nahezu das Doppelte. Zum Vergleich: Ein Mensch vermag mit seinen Kiefern maximal 1.000 Newton aufzubringen.

Überraschend war für Bates und Falkingham der deutlich schwächere Kiefer des Jungtiers, der wohl maximal 4.000 Newton schaffte. Die schmalere und flachere Schnauze lässt nach Ansicht der Forscher darauf schließen, dass sich der Nachwuchs anders ernährte als seine Eltern und vermutlich deutlich kleinere Beute bevorzugte. Auf diese Weise mussten sie nicht mit den Erwachsenen um dieselbe Mahlzeit konkurrieren, erläutert das Team.

Anzeige

Das Wissen, welche anderen Arten auf dem Speiseplan von Tyrannosaurus rex gestanden haben könnten, verbessere sowohl das Bild der bis zum Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren herrschenden Paläobiologie als auch das der Nahrungskette innerhalb der Dinosaurier. ?Der einzigartige Kiefer des vielleicht gefährlichsten Jägers, der jemals über unseren Planeten streifte, wird demzufolge Wissenschaftler noch viele Jahre beschäftigen?, mutmaßt Karl Bates.

Karl Bates und Peter Falkingham (University of Liverpool, University of Manchester): Proceedings of the Royal Society B, doi: 10.1098/rsbl.2012.0056 © wissenschaft.de ? Marion Martin
Anzeige
Anzeige

Videoportal zur deutschen Forschung

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Fel|sen|sprin|ger  〈m. 3; Zool.〉 Angehöriger der einzigen europäischen Familie der Borstenschwänze: Machilida

Deutsch|pop  〈m. 6; unz.; Mus.〉 Popmusik mit deutschen Texten

krup|pös  〈Adj.; Med.〉 mit Krupp behaftet, auf Krupp beruhend, von Krupp ausgehend ● ~er Husten

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]