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Technik hält Einzug ins Natur-Monitoring

Übertreffen Drohnen bereits den Forscherblick?

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Naturforschung durch clevere Technik: Eine Drohne vor dem Hintergrund einer Vogelkolonie (Foto: Rohan Clarke)
Oft ist beim Naturschutz zählen angesagt: Zur Bestandserfassung von Tierkolonien lassen sich heute allerdings auch schon kleine ferngesteuerte Fluggeräte einsetzten – sogenannte Drohnen. Ein Forscherteam hat nun verglichen, wer besser auszählt: Forscher oder Techno-Gehilfe.

Wenn es um die Bestandserfassung von Vogelkolonien geht, liefern Drohnen sogar genauer Daten als menschliche Beobachter. So lautet das Fazit der Forscher um Rohan Clarke von der Monash University in Australien. „Unsere Studie hat gezeigt, dass man bei der Erfassung von Wildtierpopulationen mit der Drohnen-Technologie ein hohes Maß an Präzision erreichen kann“, so Clarke. Ihm und seinen Kollegen zufolge wird diese Methode nun zunehmend in das Natur-Monitoring Einzug halten. Neben der Präzision ist dabei ein weiter Vorteil, dass die kleinen Fluggeräte auch unzugängliche Bereiche erreichen und erfassen können.

Tests an drei Vogelkolonien

Die Schlussfolgerungen der Forscher basieren auf Tests an drei unterschiedlichen Vogelkolonien in den Tropen beziehungsweise in der Südpolarregions: „Unser Team verglich die Ergebnisse von Drohnen mit denen menschlicher Zähler auf dem Boden bei Kolonien von drei Seevogelarten: Fregattvögel, Seeschwalben und Pinguine“, sagt Co-Autor Jarrod Hodgson von der University of Adelaide. „Außerdem überwachten unsere Mitarbeiter, ob die Vögel von den Fluggeräten gestört wurden“, berichtet der Naturforscher.

Den Ergebnissen zufolge scheinen Befürchtungen unbegründet, dass die surrenden „UFOs“ die Tiere aufschrecken könnten – die Vögel scheinen die Drohnen kaum zu beachten, berichten die Forscher. Was die Qualität der Datenerfassung betrifft, zeigten die Vergleiche der Auszählungsergebnisse: Die Fluggeräte konnten die tatsächliche Anzahl der Tiere in einem Areal deutlich besser erfassen als die menschlichen Beobachter. Den Forschern zufolge entgehen den Drohnen durch den Blick aus der Luft viel weniger Informationen. Am Boden bleiben dem Betrachter hingegen viele Vögel oder Nester durch Geländeformationen oder Tiere im Vordergrund verborgen.

Vielversprechender Trend in der Naturforschung

Obwohl Drohnen schon bei einigen Natur-Erfassungen im Einsatz waren, handelt es sich nun erstmals um einen konkreten Nachweis, wie gut das Konzept funktioniert, sagen die Forscher. Es zeichnet sich damit nun klar ein Trend ab: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass in Zukunft mehr und mehr Drohnen bei der Überwachung von Populationen von Vögeln und anderen Tieren zum Einsatz kommen“, sagt Clarke. „Das gilt besonders in Bereichen, in denen Erkundungen vom Boden aus schwierig oder unmöglich sind. Die Technik ermöglicht aufregende neue Möglichkeiten, wenn es darum geht, mehr über die Ökosystemen der Erde zu erfahren“, freut sich der Wissenschaftler.

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Quelle: Monash University

© natur.de – Martin Vieweg
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