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Erde|Umwelt Gesundheit|Medizin

Vom Vorteil, keinen Sex zu haben

Schon lange rätseln Forscher darüber, welchen Vorteil sexuelle Fortpflanzung gegenüber der asexuellen Vermehrung bringt, die einige einfache Organismen praktizieren. Jetzt fanden amerikanische Wissenschaftler heraus, dass es von der Größe einer Population abhängen kann, welche Methode vorteilhafter ist.

Die Forscher um Clifford Zeyl von der Wake Forest University im US-Bundesstaat North Carolina berichten im Fachblatt Science, dass sie die Anpassungsfähigkeit von Hefekulturen mit einfachem und solchen mit doppeltem Chromosomensatz untersuchten (Bd. 299, S. 555). Lebewesen mit einfachem Chromosomensatz vermehren sich ungeschlechtlich, während solche mit doppeltem Chromosomensatz sich in der Regel sexuell fortpflanzen.

Einer verbreiteten Theorie zufolge ist die geschlechtliche Fortpflanzung deshalb von Vorteil, weil sich die Zahl günstiger Mutationen im Erbgut bei zwei Chromosomensätzen erhöht. So könne sich eine Population schneller an Veränderungen anpassen. Unvorteilhafte Mutationen wirken sich zudem nicht so stark aus, wenn sie rezessiv vererbt werden.

Im Experiment von Zeyl und seinen Kollegen stellte sich heraus, dass die Hefekulturen mit einfachem Chromosmensatz sich schneller an neue Umweltbedingungen anpassen konnten – zumindest, wenn die Population groß war. In kleinen Populationen dagegen passten sich beide etwa gleich schnell an. Die Forscher schließen daraus, dass geschlechtliche Vermehrung nicht unbedingt die schnellere Anpassung an veränderte Umweltbedingungen fördert. Dieser Faktor könne keine Rolle dabei spielen, dass doppelte Chrmosomensätze unter Tieren und Pflanzen so weit verbreitet sind, schreiben die Forscher.

Ute Kehse
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