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Erde|Umwelt

Von Dumpfbacken und Superhirnen

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Bei den Liszt-Äffchen gibt es schlaue und weniger schlaue, haben Wissenschaftler herausgefunden.
Auch bei Affen gibt es schlaue und dumme Individuen, haben US-Forscher nun nachgewiesen: Sie unterzogen Liszt-Äffchen Intelligenztests ähnlich dem IQ-Test bei Menschen und fanden die ganze Bandbreite von schlechten bis sehr guten Resultaten. Die Wissenschaftler um Konika Banerjee von der Harvard-Universität entwickelten dazu eine Testbatterie zur Intelligenzmessung bei Liszt-Äffchen und hoffen, damit eine Art IQ von Primaten bestimmen zu können. Die Arbeit sei die erste Studie, die die Intelligenz bei Affen derselben Art vergleiche ? bisher wurden immer nur Arten miteinander verglichen. Wenn auch Primaten eine individuelle Grundintelligenz hätten, sei man damit dem Ursprung der menschlichen Intelligenz vielleicht etwas näher, berichten die Wissenschaftler.

Die Äffchen mussten insgesamt elf verschiedene Aufgaben lösen, die ihre geistigen Fähigkeiten testeten. Die Auswahl und Zusammenstellung der Tests beruhte auf Erkenntnissen aus früheren Studien zur Intelligenzmessung beim Menschen und bei Primaten. In einer Aufgabe beispielsweise testeten die Forscher, wie schnell sich die Liszt-Äffchen an akustische Reize gewöhnten: Sie spielten ihnen vier Rufe vor ? einen Alarmruf eines Artgenossen, einen Alarmruf eines Habichts und zwei Begrüßungsrufe von bekannten Tierpflegern ? und maßen die Zeit, bis sich die Tiere nicht mehr umdrehten, wenn sie die Rufe hörten. In einer früheren Studie war bereits nachgewiesen worden, dass die Zeit, die kleine Kinder für eine solche Aufgabe benötigen, etwas über ihren Intelligenzquotienten im Erwachsenenalter aussagt.

Die Unterschiede in der Leistung zwischen den einzelnen Äffchen waren erheblich. Für rund ein Fünftel dieser Leistung machen die Forscher den sogenannten G-Factor, einen generellen Intelligenzfaktor, verantwortlich. Der G-Factor sagt etwas aus über die Grundintelligenz eines Individuums, beim Menschen wird er oft mit dem IQ gleichgesetzt. Er ist zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts aus Studien abgeleitet worden, in denen ein Wissenschaftler namens Charles Spearman herausfand, dass eine gewisse Grundintelligenz die Leistung von Schulkindern beeinflusst. Meistens waren die Schüler in fast allen Schulfächern ähnlich gut oder schlecht ? und nicht in der Hälfte der Fächer gut und in der anderen Hälfte schlecht. Bei Menschen macht der generelle Intelligenzfaktor rund die Hälfte des individuellen Erfolgs aus, einen noch größeren Teil als bei den Liszt-Äffchen also.

Mit ihrem Nachweis, dass auch Affen eine unterschiedliche Grundintelligenz haben, hoffen die Forscher, mehr über die Entstehung der menschlichen Intelligenz herausfinden zu können. Sie betonen jedoch, von einem Affen-IQ zu sprechen, sei etwas grob, es ginge vielmehr um die generellen kognitiven Fähigkeiten von Primaten und um die Entwicklung eines Standardtests zu deren Messung.

Konika Banerjee (Harvard Universität in Cambridge) et al.: PLoS One, Online-Vorabveröffentlichung ddp/wissenschaft.de ? Stefanie Strauch
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