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Hälfte der weltweiten Mangroven ist bereits vernichtet

Wälder auf Stelzen schwinden rapide

Mangroven
Mangroven sind ein einzigartiger Lebensraum und ein wichtiger Küstenschutz (Foto: hufnasi/ Fotolia)
Heute ist der internationale Tag der Mangroven. Er soll daran erinnern, wie wichtig und wertvoll diese „Wälder auf Stelzen“ für die tropischen Küsten, die Meeresbewohner, aber auch das Klima sind. Doch die Hälfte der weltweiten Mangrovenbestände ist bereits abgeholzt – mehr Schutz tut daher not.

Mangroven wachsen entlang vieler tropischer Küsten und Flussmündungen – noch. Die Bäume trotzen dort dem salzigen Wasser, dem schwankenden Pegel und hohen Temperaturen. Ihre langen, freiliegenden Luftwurzeln lassen sie aussehen, als stünden sie auf Stelzen. Doch gerade dieses hölzerne Dickicht macht die Mangroven so wertvoll. Zwischen dem Wurzelwerk finden zahlreiche Tiere einen geschützten Lebensraum. Krustentiere wie etwa die Mangroven-Krabbe legen hier ihre Eier, Muscheln klammern sich an die Wurzeln, Fische durchleben hier ihre Kinderstube und Vögel nisten auf dünnen, schwingenden Ästen.

Schutz für Küsten und Klima

Doch die Bedeutung der Mangrovenwälder geht darüber hinaus. Die dichten, verflochtenen Gehölze schützen auch die sensiblen Küsten vor Wellen, Wind und Erosion. „Angesichts des steigenden Meeresspiegels und zunehmender Extremwetterereignisse sind Mangroven als natürliches Bollwerk unverzichtbar für den Küstenschutz“, erklärt Julika Tribukait, Meeresschutzexpertin beim WWF Deutschland.

Zudem binden Mangrovenwälder drei bis fünfmal mehr Kohlendioxid als terrestrische Wälder. Die Abholzung von Mangroven ist daher für zehn Prozent der globalen Treibhausgasemissionen, die durch Entwaldung entstehen, verantwortlich. Und noch eine wichtige Funktion haben die Küstenwälder: Sie wirken wie ein Filterstreifen. Das dichte Netz von Pflanzen, Stämmen und Wurzeln hält die Sedimente und Pflanzenreste aus den ins Meer mündenden Flüssen zurück und schützt so beispielsweise Korallenriffe vor dem zugedeckt werden.

Die Hälfte ist schon vernichtet

So wertvoll die Mangrovenwälder auch sind, so sensibel sind sie auch: Sturmfluten und tropische Taifune können die Schutzzone schwer beschädigen. Und schadstoffhaltige Abwässer oder verschmutztes Meerwasser vergiften die Lebensräume. Die größte Gefahr jedoch ist die Abholzung: „Ausmaß und Geschwindigkeit des weltweiten Mangrovenverlusts sind dramatisch“, sagt Tribukait. „Wir vernichten die Überlebenskünstler unter den Bäumen im Rekordtempo, um an den Ufern Garnelen-Farmen oder Reisfelder anzulegen, Hotelanlagen zu bauen oder um Mangrovenholz zu Holzkohle zu verarbeiten.“

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Die Folge: Die salzwassertoleranten Gehölze an tropischen Küsten schwinden drei bis fünf Mal schneller als terrestrische Wälder. Bereits die Hälfte der weltweiten Mangroven ist seit Mitte des 20 Jahrhundert vernichtet worden. In Südostasien sind die Verlustraten am höchsten – bis zu acht Prozent der Mangrovenbestände werden dort jährlich gerodet.

Schutz und Aufforstung verstärken

Immerhin: Rund ein Viertel der weltweiten Mangrovenbestände ist mittlerweile geschützt und es laufen zahlreiche Projekte, um die Küstenwälder zu erhalten. In einigen Teilen der Welt, darunter in Puerto Rico, Brasilien und Bangladesch erholen sich die Mangrovenbestände sogar wieder. Doch insgesamt schrumpfen die Mangrovenwälder noch immer.

„Mangrovenschutz darf nicht länger ein Schattendasein fristen, weil Millionen Menschen in Küstenregionen auf dieses artenreiche Ökosystem angewiesen sind. Die internationale Gemeinschaft muss einen Aktionsplan für Erhalt und Wiederaufforstung von Mangroven verabschieden“, fordert Tribukait. Bis 2030 soll sich nach dem Willen der Umweltschützer die weltweite Mangrovenfläche um 20 Prozent vergrößern. Dieses Ziel verfolgt eine jüngst gegründete globale Mangrovenschutz-Allianz aus mehreren Umweltorganisationen.

Quelle: WWF

© natur.de – Nadja Podbregar
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