Anzeige
Anzeige
1 Monat GRATIS testen, danach für nur 9,90€/Monat!

Erde|Umwelt Gesundheit|Medizin

Warum Chinin Nebenwirkungen hat

Die zum Teil recht heftigen Nebenwirkungen des Malariamittels Chinin könnten auf eine einfache Mangelerscheinung zurückzuführen sein: Britische Forscher haben jetzt in einem Laborversuch mit Hefezellen entdeckt, dass Chinin die Aufnahme der Aminosäure Tryptophan in die Zellen blockiert. Tryptophan wird unter anderen für den Aufbau verschiedener Hormone benötigt und spielt daher eine wesentliche Rolle im Organismus. Sollte sich bestätigen, dass das Medikament auch im menschlichen Körper eine ähnliche Wirkung hat, könnte eine einfache zusätzliche Einnahme von Tryptophan während einer Malariatherapie ausreichen, um die Nebenwirkungen zu bekämpfen.

In kleinen Mengen gilt das bitter schmeckende Chinin als ungiftig und wird sogar Getränken wie Bitter-Lemon oder Tonic-Water zugesetzt. In hohen Dosierungen hat Chinin jedoch zahlreiche Nebenwirkungen, die von harmlosem Schwindelgefühl bis zu Herzlähmung und Tod reichen können. Um der Ursache davon auf die Spur zu kommen, haben die Wissenschaftler nun dessen Wirkung in Hefezellen verfolgt. Hefezellen sind auf zellulärer Ebene den menschlichen Zellen sehr ähnlich und werden häufig benutzt, um die Wirkungsweise von Chemikalien und Medikamenten zu testen.

Die Forscher testeten die Wirkung von Chinin in insgesamt 600 Hefevarianten, denen jeweils ein einziges Gen fehlte. Einige davon reagierten besonders empfindlich auf Chinin: Ihnen allen fehlte ein Gen, das für die Tryptophanherstellung notwendig ist. Hefezellen können normalerweise Tryptophan selber herstellen, nehmen jedoch auch Tryptophan mit der Nahrung zu sich. Die Forscher entdeckten, dass das Chinin einen Transportkanal für Tryptophan in den Zellen blockiert. Sie vermuten nun, dass es auch beim Menschen einen solchen Transportkanal gibt, der von Chinin gehemmt wird, so dass weniger von der wichtigen Aminosäure in die Zellen gelangt.

Menschen können von Natur aus Tryptophan nicht selber herstellen, sondern müssen es über die Nahrung zu sich nehmen. Die neue Studie lässt hoffen, dass eine zusätzliche, verstärkte Einnahme von Tryptophan die unerwünschten Nebenwirkungen des Malariamedikaments beheben kann, so das Fazit der Forscher.

Simon Avery (Universität Nottingham) et al.: Journal of Biological Chemistry, Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1074/jbc.M109.005843 ddp/wissenschaft.de ? Stefanie Strauch
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Videoportal zur deutschen Forschung

Dossiers

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

in|for|ma|ti|ons|ver|ar|bei|tend  〈Adj.; IT〉 Informationen u. Daten speichernd, auswertend u. verarbreitend ● ~e Prozesse, Systeme; das Gehirn als ~e Maschine betrachten

Nicht–Ich  〈n. 15 od. n.; –, –; Philos.〉 das, was außerhalb des Ichs, des eigenen Daseins existiert

un|ge|sät|tigt  〈Adj.〉 1 〈geh.〉 nicht satt, noch hungrig 2 〈Chem.〉 2.1 〈von Lösungen〉 nicht gesättigt … mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]