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Erde|Umwelt

Warum Mücken bei Fröschen die Fliege machen

Frösche halten Stechmücken mit hausgemachten Insektenschutzmitteln auf Distanz, die sie über ihre Haut abgeben. Das haben australische Forscher entdeckt, als sie die Schwänze einiger Mäuse mit dem Sekret verschiedener australischer Froscharten einrieben. Den behandelten Mäusen gelang es deutlich länger, hungrige Stechmücken abzuwehren als ihren ungeschützten Artgenossen, beobachteten die Wissenschaftler. Welche Substanzen die Frösche verwenden, können die Forscher allerdings noch nicht sagen.

Froschhaut ist eine wahre Fundgrube an hochwirksamen Substanzen: Von Halluzinogenen über Klebstoffe bis zu Giften und antimikrobiellen Wirkstoffen reicht die Palette an Chemikalien, die entweder von den Amphibien selbst produziert oder aus der Nahrung isoliert und dann abgesondert werden. Bei dieser Bandbreite an hausgemachten Verbindungen müsste es für die Tiere doch auch ein leichtes sein, ein eigenes Mückenschutzmittel zu produzieren, vermuteten Craig Williams und seine Kollegen von der Universität von Adelaide ? schließlich sei so etwas doch sehr nützlich, da die meisten Lebensräume der Amphibien vor Stechmücken und anderen Plagegeistern nur so wimmeln.

Um zu prüfen, ob Frösche tatsächlich ein Insektenschutzmittel über ihre Haut absondern, wuschen die Forscher verschiedene australische Laubfrösche ? darunter der Korallenfingerlaubfrosch Litoria caerulea und der Prachtlaubfrosch Litoria splendida ? sorgfältig ab und testeten das gewonnene Sekret an einigen Mäusen. Dazu teilten sie die Nager in Paare ein, von denen jeweils ein Partner seinen Schwanz mit dem Sekret eingerieben bekam, während der andere mit destilliertem Wasser vorlieb nehmen musste. Anschließend ließen die Wissenschaftler eine Gruppe von 80 hungrigen Mücken auf die Mäuseschwänze los und registrierten, wie lange es bis zum ersten Biss dauerte.

Die Froschbehandlung zeigte eine deutliche Wirkung: Während die Kontrollmäuse im Schnitt bereits nach etwa 12 Minuten gestochen wurden, hatten die mit dem Sekret behandelten Tiere knapp 50 Minuten lang Ruhe. Die abschreckende Wirkung der Froschabsonderungen bestätigte sich auch in weiteren Tests, schreiben die Forscher. Sie vermuten, dass die hausgemachten Insektenschutzmittel ursprünglich nicht zum Abwehren von Mücken, sondern eher für andere Parasiten gedacht waren und sich im Lauf der Zeit auch als nützlich gegen die stechenden Insekten erwiesen haben. Sie wollen nun die genaue Zusammensetzung des Abwehrcocktails untersuchen, um daraus möglicherweise einmal ein natürliches Mückenschutzmittel für Menschen entwickeln zu können.

Craig Williams (Universität von Adelaide) et al.: Biology Letters, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rsbl.2006.0448 ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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