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Erde|Umwelt Gesellschaft|Psychologie

Was Namen so alles können

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Menschen sind so gut darin, Gesichter zu erkennen, weil diesen individuelle Namen zugeordnet sind. Wird dasselbe Prinzip auf Objekte angewendet, werden auch diese ähnlich wie Gesichter ganzheitlich wahrgenommen und damit besser erkannt, haben US-Forscher jetzt gezeigt. Damit basiert die Gesichtserkennung vermutlich eher auf Erfahrungen als auf der Arbeit einer darauf spezialisierten Hirnregion, wie einige Wissenschaftler bisher angenommen hatten.

Für ihre Studie teilten Alan Wong und sein Team ihre Probanden in zwei Gruppen ein. Die eine Gruppe lernte, künstliche Objekte, von den Forschern „Ziggerins“ getauft, über individuelle Namen zu erkennen. Die andere Gruppe sollte versuchen, die Objekte über die Struktur zu kategorisieren. Die Ziggerins waren jeweils aus drei bis vier Einzelteilen aufgebaut, deren Form sehr simpel ist: quadratisch, achteckig oder rund. Es gab sechs Klassen, die sich in der allgemeinen Struktur unterschieden. Von jeder Klasse gab es zwölf Vertreter, die dieselbe Grundstruktur hatten, sich jedoch in Details unterscheiden. Ähnlich wie bei Gesichtern: Asiaten sehen im Vergleich zu Europäern anders aus, sehen sich jedoch ? zumindest für uns Europäer ? in den Grundzügen ähnlich.

Nach der Trainingsphase mussten die Probanden die Ziggerins auf beide Arten, mittels Namensgebung und mit Hilfe der Struktur, einteilen. Alle hatten mehr Erfolg mit der Methode, mit der sie zuvor trainiert hatten. Die Verarbeitung im Gehirn schien bei beiden Gruppen jedoch unterschiedlich zu verlaufen: Nur bei der Gruppe, die gelernt hatte, die Ziggerins über Namen zu erkennen, wurden die Reize im Gehirn als Ganzes verarbeitet ? so, wie auch Gesichter erkannt werden.

Bisher war nicht geklärt, wie das Gehirn Gesichter wahrnimmt. Einige Wissenschaftler waren der Meinung, dass eine bestimmte Hirnregion für die Gesichtserkennung zuständig ist, während andere vermuten, dass die langjährige Erfahrung das Gehirn lehrt, Gesichter zu unterscheiden und zu erkennen. Die Ergebnisse der neuen Studie deuten darauf hin, dass es tatsächlich eher die Erfahrung ist, die uns Gesichter ganzheitlich erkennen lässt. Dieses Wissen könnte wertvoll sein für die Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten für Patienten, die Mühe haben, Gesichter zu erkennen, wie beispielsweise Autisten.

Alan Wong (Vanderbilt-Universität, Nashville) et al.: Psychological Science, Online-Vorabveröffentlichung ddp/wissenschaft.de ? Stefanie Strauch
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