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Erde|Umwelt

Wenn das Futter giftig wird

Die Invasion fremder Arten kann verheerende Folgen für ein Ökosystem haben. Doch langfristig können sich einheimische Arten auch an störende Eindringlinge anpassen, berichten Ben Phillips und Richard Shine von der University of Sydney in der Zeitschrift PNAS (7. Dezember, Bd. 101, S. 17150).

1935 waren hundert Exemplare der giftigen Aga-Kröte aus Venezuela in Australien ausgesetzt worden. Die Amphibien sollten eine Maikäfer-Plage beseitigen. Das schafften sie nicht und zu allem Überfluss wurden sie selbst zur Plage. Die riesigen Kröten haben sich in ganz Queensland, in großen Teilen der nördlichen Territorien und in New South Wales ausgebreitet. Sie bewegen sich mit 30 Kilometern pro Jahr Richtung Süden und Westen. Vor vier Jahren wurden sie zum ersten Mal im Kakadu-Nationalpark gesichtet, der zahlreiche weltweit einzigartige oder vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Tiere beherbergt. Jetzt bedroht die bis zu 25 Zentimeter große Giftkröte dort das ökologische Gleichgewicht.

Phillips und Shine haben herausgefunden, dass sich zwei Schlangenarten, die durch das Fressen der Kröten vergiftet werden, auf den quakenden Eindringling eingestellt haben: Die Schwarzotter und die Grüne Baumnatter haben in betroffenen Gebieten in den vergangenen 80 Jahren kleinere Köpfe, aber einen größeren Körper entwickelt. Zwei andere Schlangen, die durch die Aga-Kröte nicht beeinträchtigt werden, wiesen dagegen keine Veränderungen auf. Die Forscher vermuten, dass die Ankunft der Aga-Kröte einen Selektionsdruck auf die Schlangen ausübte: Je größer eine Schlange, desto mehr Krötengift verträgt sie, ohne zu sterben. Je kleiner der Kopf einer Schlange, desto kleiner sind auch ihre möglichen Beutetiere. Die Gefahr, dass eine Schlange eine Kröte verschlingt, deren Verzehr sie umbringt, sinkt also mit der Größe des Kopfes und mit wachsender Körpergröße. Wie die Forscher schreiben, sei es daher möglich, dass der Schaden durch fremde Invasoren auf ein Ökosystem mit der Zeit nachlässt.

Ute Kehse
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