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Erde|Umwelt

Wenn Krähen an einem Strang ziehen…

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Saatkrähen kommen in weiten Teilen Europas vor. Bild: Chris Bird / Royal Society
Saatkrähen arbeiten zusammen, um komplexe Aufgaben zu lösen. Das hat eine Studie an der Universität von Cambridge gezeigt. Allerdings schnitten die Vögel in den Tests schlechter ab als Schimpansen, die das gleiche Experiment absolvierten. Während die Schimpansen ein grundlegendes Verständnis der Versuchsanordnung demonstrierten, konnten die Wissenschaftler bei den Krähen keine derartige kognitive Leistung beobachten. Das Team um die Psychologin Amanda Seed führt diesen Unterscheid auf das Sozialverhalten der Tiere zurück: Während Krähen in stabilen Gemeinschaften leben und lebenslange Freundschaften pflegen, ändert sich das soziale Gefüge in Schimpansengruppen ständig. Daher sind die Affen besser darauf vorbereitet, mit unterschiedlichen Artgenossen zusammenzuarbeiten.

Die hohe Intelligenz von Rabenvögeln ist schon mehrfach in Experimenten bestätigt worden und reicht in manchen Fällen an die Leistungen von Primaten heran. Weitgehend unerforscht war bislang jedoch, ob die Vögel auch wie Primaten zusammenarbeiten können, um Hindernisse zu überwinden. Um das herauszufinden, konfrontierten die Wissenschaftler nun Saatkrähen mit einem Experiment, in dem die Tiere kooperieren mussten, um an Futterbehälter zu gelangen. Dazu legten sie eine Schnur locker durch zwei Ringe, die mit den Futterbehältern verbunden waren. Um die Behälter in Reichweite zu ziehen, mussten die Tiere an beiden Enden der Schnur ziehen. Zog ein Tier nur an einem Schnurende, so glitt der Faden einfach durch die Ringe und das Futter blieb unerreichbar. Die Schnurenden lagen so weit auseinander, dass ein Tier allein den Test nicht meistern konnte.

Wenn zwei Krähen gleichzeitig in den Experimentierkäfig gesetzt wurden, so gelang es den Tieren schnell, das Rätsel zu lösen ? vor allem dann, wenn sich die beiden Vögel gegenseitig sympathisch waren. In einem zweiten Experiment ließen die Forscher die eine Krähe erst zeitverzögert in den Experimentierkäfig gelangen. Ihre Annahme: Würde das erste Tier auf seinen Artgenossen warten, so deute das darauf hin, dass die Krähen die Aufgabe tatsächlich verstanden hätten.

Hier allerdings scheiterten die Tiere: Keiner der acht getesteten Vögel machte Anstalten, auf den nahenden Artgenossen zu warten. Vielmehr versuchten die Tiere stets, die Aufgabe alleine zu lösen. Bei dem gleichen Test hatten Schimpansen in früheren Studien besser abgeschnitten: Sie warteten auf einen Partner, der ihnen bei der Lösung behilflich war. Verantwortlich für diese höhere Intelligenzleistung machen die Forscher die Sozialstrukturen bei den Affen: Weil der Konkurrenzdruck unter den Primaten höher ist, haben sie gelernt, wechselnde Allianzen mit Partnern einzugehen, um ihre Ziele zu erreichen, so die Forscher.

Amanda Seed (Universität von Cambridge) et al.: Proceedings of the Royal Society B, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.2008.0111 ddp/wissenschaft.de ? Markus Zens
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