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Erde|Umwelt Gesundheit|Medizin

Wie lüften bei Pollenallergie?

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Auch in Innenräumen ist man vor Niesattacken durch Pollen nicht gefeit. (Foto: PeopleImages/iStock)
Rote Augen und Triefnase …: Die Pollensaison macht wieder vielen Menschen zu schaffen. Vermeidungsstrategien sind nun gefragt – dabei stellt sich beispielsweise die Frage: Wie lüften, um möglichst wenig Pollen in Innenräume zu lassen? Diesem Thema haben sich deutsche Forscher nun in einer experimentellen Studie gewidmet, um praktische Tipps zum Lüften ableiteten zu können. Ihren Ergebnissen zufolge sammelt sich offenbar durch Stoßlüften deutlich weniger Blütenstaub an, als wenn ständig ein wenig frische Luft durch gekippte Fenster in einen Raum weht.

Millionen sind betroffen: In Deutschland leiden Schätzungen zufolge 15 bis 20 Prozent der Menschen am sogenannten Heuschnupfen. Die verantwortlichen Blütenpollen wehen den Betroffenen natürlich besonders im Freien um die Nase aber durchaus auch in den Innenräumen. Aus diesem Grund haben sich die Forscher des Lehrstuhls für Ökoklimatologie der Technischen Universität München der Untersuchung von Faktoren der  Pollenkonzentrationen in Büroräumen gewidmet. Bei ihrer Studie konzentrierten sie sich auf einen besonders berüchtigten Allergieauslöser: Birkenpollen. Die weit verbreitete Baumart beginnt früh mit der Blüte und produziert als Windbestäuber ausgesprochen viel Pollen mit hohem Allergie-Potenzial.

Pollenfallen in unterschiedlich gelüfteten Räumen

Die Forscher führten ihre Untersuchungen in Büroräumen durch, in denen sie die Blütenstaubkonzentrationen durch Pollenfallen ermittelten. Sie wurden in 2,5 Metern Abstand vom jeweiligen Zimmerfenster und auf einer Höhe von 1,2 Meter platziert, was der durchschnittlichen Einatmungshöhe von Menschen während der Arbeit am Schreibtisch entspricht. Eine zweite Pollenfalle wurde jeweils auf dem Fenstersims befestigt. Außerdem wurden weitere auf dem Gebäudedach installiert, um die grundsätzliche Belastung durch Pollen zu ermitteln. Direkt vor den Fenstern erfassten die Forscher im Außenbereich auch die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windstärke sowie die Windrichtung.

Für den Vergleich der unterschiedlichen Lüftungsstrategien wurden die Testräume auf verschiedene Weise mit frischer Luft versorgt: Entweder im Stoß-Lüftungs-Verfahren – alle zwei Stunden für fünf Minuten. Oder aber durch leichte Dauerlüftung: bei gekippten Fenstern. Außerdem gab es einen Testraum mit einem automatischen Luftabzug.

Wissenschaftlich fundierter Rat zur Lüftung

Die Auswertungen ergaben: In den stoßgelüfteten Räumen herrschte die niedrigste Pollenbelastung. Die Pollenkonzentration lag um bis zu zwei Drittel niedriger als bei den Vergleichsräumen. Um Birkenpollen besonders effektiv außen vor zu lassen, raten die Wissenschaftler deshalb nun allen Pollenallergikern, ihre Büro- und Privaträume lediglich stoßartig zu lüften und Fenster nicht gekippt stehen zu lassen.

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Wie sie betonen, ist außerdem ein wichtiger Faktor für die Pollenkonzentration in einem Raum, wie viele Personen dort regelmäßig ein- und ausgehen. Denn Menschen tragen in ihrer Kleidung teilweise erhebliche Mengen Blütenstaub mit sich herum und hinterlassen ihn somit auch in den besuchten Räumen. Bei Räumen mit viel Publikumsverkehr kann deshalb häufigeres Putzen sinnvoll sein, betonen die Forscher, denn der Pollen sammelt sich im Hausstaub an. Dadurch kann er sich sogar noch lange über die Pollensaison hinaus halten. Regelmäßiges Staubwischen ist daher für Allergiker eine wichtige Maßnahme, um allergische Reaktionen zu minimieren, raten die Wissenschaftler.

© wissenschaft.de – Martin Vieweg
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