Faszinierende Figuren: Martin Mosebach über Konstantin den Großen 1001 Objekt zum Hören und Sehen - wissenschaft.de
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Faszinierende Figuren: Martin Mosebach über Konstantin den Großen

1001 Objekt zum Hören und Sehen

Über 150.000 Objekte umfasst die Sammlung des TECHNOSEUM in Mannheim. Deutlich weniger als zehn Prozent ist ständig ausgestellt, der weitaus größte Teil lagert in Depots. Diese verborgenen Schätze bekommen die Besucher nun zu sehen: Vom 25. Februar bis zum 24. Juli 2011 stellt das Museum mit der Sonderausstellung „Die Sammlung. 1001 Objekt zum Hören und Sehen“ Exponate aus dem Sammlungsschwerpunkt Medientechnik in den Mittelpunkt. Dazu gehören Radiogeräte und Fotoapparate, Filmprojektoren und Kameras, Grammophone, Tonbandgeräte und Plattenspieler – aber auch Filmplakate und das Inventar eines ehemaligen Mannheimer Vorstadtkinos.

Bereits 1980 und damit lange vor der Eröffnung des TECHNOSEUM begann die Sammlungstätigkeit. Der Auftrag damals wie heute: das Sammeln und Bewahren von technischem Kulturgut, zu dem gewichtige Objekte der Technikgeschichte ebenso gehören wie scheinbar banale Zeugnisse der Alltagskultur – vom Rheindampfer bis zur Stecknadel. Viele dieser Objekte werden vielleicht erst viele Jahre später in einem Museum zu sehen sein. Einen Teil dieser Sammlungen macht das TECHNOSEUM nun zugänglich – zumindest in Auswahl. „Die neue Ausstellung wird die Technik zur Aufzeichnung und Wiedergabe von optischen und akustischen Signalen zum Thema haben, die einer der Sammlungsschwerpunkte unseres Hauses ist“, sagt Dr. Thomas Kosche, Leiter Sammlungen am TECHNOSEUM. „Und obwohl unsere Sonderausstellungsfläche 900 Quadratmeter groß ist, passt auch hier nicht alles hinein. Wir zeigen etwas mehr als die Hälfte der Objekte zu diesem Thema.“ Und so sind in der Ausstellung unter anderem etwa 250 Radiogeräte zu sehen, eine Laterna Magica aus dem 19. Jahrhundert – und auch die 1972 geschlossene Filmbühne Feudenheim ersteht in Teilen wieder auf, inklusive Kartenhäuschen, Schaukästen mit Filmplakaten, Leuchtreklameschild und einiger Original-Stuhlreihen. Auf Letztere kann sich der Besucher niederlassen und historische Dokumentarfilme und Amateur-Filmaufnahmen auf der Leinwand betrachten. Das älteste Exponat in der Ausstellung ist eine Daguerreotypie-Kamera von 1845, beim jüngsten Objekt handelt es sich um einen MP3-Player aus dem Jahr 2003 – denn auch Zeugnisse der gegenwärtigen Alltagskultur berücksichtigt das TECHNOSEUM schließlich in seiner Sammlung. So ist nicht zuletzt für jede Menge Nostalgie gesorgt, bei den jungen Besuchern ebenso wie bei jenen, die beispielsweise ihren ersten eigenen Plattenspieler und den Fernseher der Eltern wiedererkennen – und mit beiden viele Erinnerungen verbinden.

Wer die Ausstellung betritt, den erwarten knapp 2.000 Objekte, fein säuberlich nach Gruppen geordnet und in Regalen aufgestellt. Ganz so, wie sie normalerweise im Depot gelagert werden, zu dem Besucher in der Regel keinen Zugang haben. Die Ausstellung bietet somit auch einen einmaligen Blick hinter die Kulissen des TECHNOSEUM und in die Sammlungsarbeit eines Museums. „Bis ein Exponat ausgestellt wird, sind mitunter viele Schritte notwendig: Schenkungsverträge müssen unterzeichnet, das Objekt geprüft und oft auch restauriert werden. Außerdem interessieren nicht nur die Objekte, sondern auch dazugehörige Archivalien wie beispielsweise Werbeprospekte und Gebrauchsanweisungen“, so Kosche. Dazu gehört, dass in der Ausstellung gut erhaltene Objekte neben ramponierten Exemplaren stehen werden und wertvolle Unikate neben Massenartikeln. Und es finden sich Designikonen ebenso wie angeblich hässliche Musiktruhen aus den 1950er Jahren. Denn diese „Klangmöbel“, die der Tradition des so genannten „Gelsenkirchener Barock“ verpflichtet sind, sagen viel über das Leben in westdeutschen Wohnzimmern und den damaligen Zeitgeist aus. „Mit dieser Ausstellung können wir die vielen Dinge, die wir haben und die sonst der Öffentlichkeit verborgen sind, für eine begrenzte Zeit den Besuchern zugänglich machen“, sagt TECHNOSEUM Direktor Prof. Dr. Hartwig Lüdtke. „Und da wir in unseren Depots noch viel mehr auf Lager haben, können wir es uns auch gut vorstellen, mit dieser Art von Sammlungspräsentation in Serie zu gehen.“ Immerhin besitzt das TECHNOSEUM unter anderem eine große Anzahl von Rechnern – vom Abakus bis zum Personalcomputer – und die europaweit größte Staubsauger-Sammlung. Es warten also noch viele weitere Schätze in den Depots darauf, gehoben zu werden.

Bis einschließlich Juli bietet das TECHNOSEUM an jedem1. Freitag im Monat von jeweils 14 bis 15 Uhr öffentliche Führungen durch die Sonderausstellung an, Teilnehmer zahlen nur den regulären Eintrittspreis. Natürlich können diese Führungen auch zu einem frei wählbaren Termin für Gruppen gebucht werden unter Tel. 0621-4298-839 oder per E-Mail unter paedagogik@technoseum.de. Im März und April steht auch das Mitmach- Programm „Familie-aktiv!“ im Zeichen des Sammelns und Aufbewahrens: An Sonn- und Feiertagen von 11 bis 16 Uhr können große und kleine Besucher Karton an historischen Maschinen stanzen und daraus praktische Pappschachteln basteln. Und auch im Internet gibt es Neues zu entdecken: Alle Exponate, die in der Ausstellung gezeigt werden, sind unter http://www.ifaust.de/technoseum online einsehbar. Und wer nicht nur gerne historische Kameras bewundert, sondern auch selbst fotografiert oder noch besondere Bilder zu Hause im Fundus hat, der kann sich am Fotowettbewerb beteiligen, den das TECHNOSEUM zu einem monatlich wechselnden Thema ausruft.

Quelle: Marit Teerling
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