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Geschichte+Archäologie

400 neue Briefe von und an Charles Darwin veröffentlicht

Kaum ein Wissenschaftler hat unsere Vorstellung von Natur und Entwicklung so geprägt wie Charles Darwin (1809-1882). Zu seinen Lebzeiten löste seine Theorie heftige Diskussionen auch in der nicht-fachlichen Welt aus. Auf Empörung stieß vor allem seine These, dass der Mensch letztlich vom Affen abstamme. Vierhundert Briefe aus der reichen Korrespondenz von und an Charles Darwin sind jetzt in Cambridge neu herausgegeben worden. Sie stammen alle aus dem Jahr 1864, das für Charles Darwin ein sehr produktives Jahr war, obgleich der 55-Jährige damals gesundheitlich angeschlagen war. Die neu edierten Briefe bilden den 12. Band der ambitionierten „Correspondence of Charles Darwin“, an der seit über 25 Jahren gearbeitet wird und die auf 32 Bände angelegt ist.

In den 60-er Jahren des 19. Jahrhunderts beschäftigte sich Darwin vor allem mit zahlreichen botanischen Forschungen, etwa mit dem Nutzen der verschiedenen Teile der Orchideenblüte für die Bestäubung oder die Anpassung der Kletterpflanze an das Emporklimmen. Diese Arbeiten haben zum Teil einen eigenständigen Wert für die Pflanzenökologie, zum Teil dienten sie aber auch dazu, seine Evolutionstheorie weiter zu stützen.

Im Jahr 1864 stand Darwin in Verbindung mit verschiedenen Wissenschaftlern, die ihm aus allen Teilen der Welt von der Aufnahme seines Buches „Ursprung der Arten“ (1859) berichteten, so etwa mit dem jungen deutschen Zoologen Ernst Haeckel (1834-1919). Dieser hatte ? als überzeugter Anhänger der Darwinschen Theorie ? noch vor Darwin öffentlich die Übertragung der Evolutionstheorie auf die Entwicklung des Menschen ausgesprochen.

Am Ende des Jahres 1864 erlebte Darwin den Triumph, die „Royal Society’s Copley Medal“ zu erhalten, die höchste Auszeichnung, die einem Forscher zuteil werden konnte. Allerdings wurde Darwins Freude dadurch getrübt, dass eine Kontroverse entstanden war, ob der „Ursprung der Arten“ nicht ausdrücklich aus der Begründung für die Auszeichnung ausgenommen werden sollte.

Seit 1974 wird an dem Darwin Correspondence Project gearbeitet, das Frederick Burckhardt und Sydney Smith ins Leben gerufen haben. Es basiert auf der Universitätsbibliothek von Cambridge, die die größte Einzelsammlung, etwa 9.000 Briefe Darwins, beherbergt. Darüber hinaus werteten die Forscher noch an die 6.000 Schriftstücke aus, die in 200 Bibliotheken auf der ganzen Welt verstreut waren. Die ersten zehn Jahre verbrachten die Herausgeber der Darwin-Korrespondenz allein damit, diese Schriftstücke zusammenzutragen. Mittlerweile besitzt das „Darwin Correspondence Project“ etwa 14.500 Briefe von und an Darwin. Neben der Buchausgabe der Darwin-Korrespondenz soll es auch eine elektronische Version geben.

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Über das Darwin-Archiv in der Universitätsbibliothek von Cambridge finden Sie Informationen im Internet.

Doris Marszk
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