Forschung Ägyptische Gärten - wissenschaft.de
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Forschung

Ägyptische Gärten

Im pharaonischen Ägypten war die Unterhaltung von Gärten mit einem ungeheuren Aufwand verbunden und galt daher als großer Luxus. Neue Forschungen lassen sehr unterschiedliche Formen erkennen: Königliche Palastgärten, heilige Haine in den Tempelbezirken, reich gestaltete Anlagen in den Residenzen hoher Verwaltungsbeamter, Wein- und Nutzgärten von privaten Wohnhäusern. Gärten gab es zu allen Zeiten in der ägyptischen Geschichte.

Schon im Alten Reich ließen sich Baumreihen an der Roten Pyramide in der Wüste, hoch über dem Niltal, nachweisen. Im Mittleren Reich waren es die Tamarisken und Sykomoren, die den Weg zum Totentempel des Mentuhotep begleiteten. Im Neue Reich wurde der Garten selbstverständlicher Teil der pharaonischen Kultur. Er war nicht nur als prachtvolle Anlage neben den villenartigen Häusern der Oberschicht zu finden, sondern für alle erlebbar.

Die Gärten dienten der Erholung, Muße und Zerstreuung. Künstlich und kunstsinnig entworfene Anlagen weckten Sehnsucht und Hoffnung – sogar auf ein Leben in den Gärten des Jenseits.

Die Ausstellung „Ägyptische Gärten“ spürt unterschiedlichen Entwürfen nach, die bei neuen Ausgrabungen in Ägypten ans Licht kamen, insbesondere in der von Pharao Amenophis IV. (Echnaton) gegründeten Stadt Amarna. Große Modelle zeigen die architektonische und urbane Integration verschiedener Gärten in Palast und Wohnhaus. Kostbare Funde – Reliefs mit Wein- und Lotosranken, Kapitelle mit Pflanzendekor, als Früchte gestaltete Stein- und Tongefäße – geben Zeugnis von der Flora Ägyptens im 2. Jahrtausend vor Christus. Kunstvolle Blütenkränze und Pflanzenhalskrägen, gewunden aus Lotos und Mohn, Kornblumen und Tamarisken, spiegeln die besondere Freude an farbfrohen Blumen und Zweigen für Fest- und Alltag wider.

Idee und Konzept der Ausstellung gehen auf Dr. Christian Tietze, Architekt und Bauforscher an der Universität Potsdam, zurück. Er befasst sich seit vielen Jahren mit dem Nachweis und der Gestaltung pharaonischer Gärten in Ägypten.

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Nach „Die Pyramide“ im Jahr 1999 und „Echnaton und Amarna“ im Jahr 2005 sind die „Ägyptischen Gärten“ die dritte gemeinsam mit dem Römisch-Germanischen Museum konzipierte Ausstellung zu einem Thema des Alten Ägypten.

Quelle: RMG
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