Als die Lettern laufen lernten - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Als die Lettern laufen lernten

Die Bayerische Staatsbibliothek präsentiert in ihrer Schatzkammer und im Fürstensaal von 19. August bis 31. Oktober 2009 die Ausstellung „Als die Lettern laufen lernten – Medienwandel im 15. Jahrhundert“.

Gezeigt werden berühmte Wiegendrucke wie beispielsweise eine Gutenberg-Bibel, der „Türkenkalender“ von 1454, das „Narrenschiff“ von Sebastian Brant oder Hartmann Schedels „Weltchronik“.

Anlass für die Schau ist eine von 19. bis 21. August 2009 an der Bayerischen Staatsbibliothek stattfindende Tagung mit dem Thema „Early printed books as material objects“ im Vorfeld des diesjährigen Weltkongresses des Internationalen Dachverbandes der Bibliotheksverbände (IFLA) in Mailand.

Die Bayerische Staatsbibliothek besitzt mit rund 20.000 Exemplaren die weltweit größte Sammlung an Wiegendrucken. Bei den so genannten Inkunabeln handelt es sich um Drucke, die zwischen der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern zwischen ca. 1450 und 1500 hergestellt wurden. In der Ausstellung werden rund 90 Spitzenstücke der Münchner Sammlung präsentiert.

Die Erfindung des Buchdrucks durch Johann Gutenberg wird häufig als Medienrevolution bezeichnet, hatte sie doch tiefgreifende Auswirkungen auf die Herstellung und Verbreitung von Texten. Die Ausstellung veranschaulicht, dass in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts nicht ein plötzlicher Umbruch, sondern ein allmählicher Ablösungsprozess in der Buchherstellung stattfand. Zwar wurden zunehmend Drucktechniken eingesetzt, die Inkunabeln weisen aber immer noch zahlreiche Charakteristika auf, die von Hand erzeugt wurden: farbige Überschriften, Initialen oder gemalte Bilder.

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Im zweiten Teil der Ausstellung werden Herstellung und Vertrieb gedruckter Bücher an ausgewählten Beispielen nachvollzogen – beginnend mit der handschriftlichen Druckvorlage bis hin zum Käufer und Leser. Einblicke in die Produktionsabläufe in Druckerwerkstätten geben Probedrucke und gedruckte Rubrikatorenanweisungen. Mit einem Eintrag eines Käufers von 1494, der sein Erstaunen über den geringen Preis einer Inkunabel zum Ausdruck brachte, endet die Ausstellung.

Vierzig Jahre nach der Gutenberg-Bibel hatte sich der Buchdruck am Markt endgültig durchgesetzt. Der Siegeszug des gedruckten Buches erwies sich als unaufhaltsam – auch wenn der nun massenhaft verfügbare Lesestoff so manchen Käufer überforderte wie Sebastian Brants „Büchernarren“.

Zur Ausstellung erscheint im Reichert-Verlag ein reich bebilderter Katalog.

Quelle: BSB
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Wissenschaftslexikon

Kar|tof|fel|bo|vist  〈[–vıst] m. 1; Bot.〉 giftiger Pilz mit festem, hartem, knollenförmigem Fruchtkörper von unangenehm stechendem Geruch: Scleroderma vulgare

Laub|kä|fer  〈m. 3; Zool.〉 Angehöriger einer Unterfamilie der Skarabäen, als Käfer häufig schädlicher Laubfresser, dessen Larven, die meist mehrere Jahre zur Entwicklung brauchen, ebenfalls schädliche Wurzelfresser sind: Melolonthinae

Kol|li|ne|a|ti|on  〈f. 20; Math.〉 Abbildung, die die geometrischen Strukturen erhält, d. h., Geraden gehen in Geraden u. Ebenen wieder in Ebenen über; Sy kollineare Abbildung ... mehr

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