Anzeige
Anzeige

Ägyptische Totenstadt Sakkara

Archäologen entdecken 59 intakte Sarkophage

Sarkophage
Einige der in Sakkara entdeckten Sarkophage. (Bild: Ägyptisches Ministerium für Tourismus und Archäologie)

Archäologen haben in der ägyptischen Nekropole Sakkara schon mehrere eindrucksvolle Funde gemacht – jetzt gibt es einen weiteren: Forscher haben insgesamt 59 intakte Sarkophage aus der Zeit vor rund 2600 Jahren entdeckt. Die in diesen farbenprächtig bemalten Särgen bestatteten Toten waren Angehörige der Priesterkaste und hohe Würdenträger aus 26. Dynastie des Alten Ägypten. Ihnen wurden entsprechend reiche Grabbeigaben mit ins Jenseits gegeben.

Die Nekropole von Sakkara liegt rund 20 Kilometer südlich von Kairo am westlichen Nilufer. Die Totenstadt gehört zu den größten und am längsten genutzten des alten Ägypten. Ihr Name leitet sich vermutlich vom ägyptischen Totengott Sokar ab. Schon vor rund 5000 Jahren wurden auf diesem ausgedehnten Wüstenplateau Tote in speziellen Grabbauten, den sogenannte Mastabas, bestattet. Ab der dritten Dynastie des Alten Reichs um 2650 vor Christus begannen die Ägypter, in dieser Nekropole Pharaonen in Stufenpyramiden und Pyramiden zu bestatten, darunter König Djoser. Auch ab dem Neuen Reich wurde die Nekropole von Sakkara weiter genutzt.

In tiefen Schächten verborgen

Zur Zeit der 26. Dynastie – vor rund 2600 Jahren – fanden in Sakkara vor allem Priester, hohe Beamte und Würdenträger ihre letzte Ruhestätte in tiefen schachtartigen Gräbern. Über diesen Grabkatakomben standen oft tempelartige Gebäude, von denen heute aber kaum noch etwas erhalten ist. Dafür haben Archäologen in den letzten Jahren gleich mehrere spektakuläre Funde bei Ausgrabungen in den Grabschächten gemacht. Darunter waren die Sarkophage von Priesterinnen einer Schlangengöttin sowie das Grab eines Priesters mit silberner Totenmaske.

Bei jüngsten Ausgrabungen sind die Archäologen des ägyptischen Antikenministeriums nun auf insgesamt 59 noch intakte Sarkophage aus der Zeit der 26. Dynastie gestoßen. Das sei eine spektakuläre Entdeckung und einer der umfangreichsten Funde in Sakkara, sagte der ägyptische Antikenminister Khaled al-Anani bei einer Pressekonferenz am 3. Oktober 2020. Möglicherweise sei dies aber erst der Beginn noch weiterer Funde. Beim Ausheben von drei Grabungsschächten hatten die Forscher bereits Anfang September 13 Sarkophage entdeckt, dann wurden in einer weiteren Schicht noch mehr Särge gefunden.

Seit 2600 Jahren nicht geöffnet

Wie al-Anani mitteilte, sind die Sarkophage sehr gut erhalten, selbst ihre farbenprächtige Bemalung sei noch gut zu erkennen. Ersten Untersuchungen zufolge sind die Särge seit ihrer Bestattung vor 2600 Jahren unberührt und ungeöffnet geblieben. Inzwischen haben die Archäologen einige davon geöffnet. „Es ist kaum zu beschreiben, welche Gefühle dies auslöst, wenn der Sarkophag zum ersten Mal nach 2600 Jahren wieder geöffnet wird“, so al-Anani. „Die Mumie sah aus, als wäre sie erst gestern mumifiziert worden.“ Den Archäologen zufolge handelt es sich bei den Toten in den Sarkophagen um Priester und hohe Würdenträger des Späten Reichs.

Anzeige

Neben den Sarkophagen haben die Archäologen auch Grabbeigaben dieser Toten geborgen. Unter ihnen sind 28 Götterstatuen aus Holz, sowie eine bronzene, mit Edelsteinen besetzte Götterfigur. Auch Tierfiguren und Priesterdarstellungen schmückten die Gräber. Die Archäologen erwarten aber auch hier noch weitere Funde.

Quelle: Ägyptisches Ministerium für Tourismus und Archäologie

Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Rumpf  〈m. 1u〉 1 〈Anat.〉 menschl. od. tierischer Körper ohne Kopf u. Glieder, Leib 2 Körper des Schiffes od. Flugzeugs ohne Masten bzw. Tragflächen u. Fahrgestell ... mehr

Sa|ra|ban|de  〈a. [–bãd()] f. 19; Mus.〉 1 aus einem lebhaften altspanischen Volkstanz entwickelter, ernster, ruhiger französischer Gesellschaftstanz im 17. u. 18. Jahrhundert 2 Satz der Suite ... mehr

Blind|text  〈m. 1〉 Folge von Buchstaben oder Wörtern, ein inhaltlich bedeutungsloser Text, der probeweise für die typographische Gestaltung einzelner oder mehrerer Seiten verwendet wird

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige