Forschung „Auf Bildern entdeckt – Im Fundus gefunden“ - wissenschaft.de
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Forschung

„Auf Bildern entdeckt – Im Fundus gefunden“

Das Sammeln von Sachzeugen gehört zu den vorrangigen Aufgaben eines Museums. Dabei handelt es sich meist um Funde, Ankäufe oder Schenkungen. Im Depot werden diese restauratorisch betreut und wissenschaftlich bearbeitet.

Der Fundus der Festung Königstein umfasst heute viele Objekte, die in engem Zusammenhang mit der Geschichte des Königsteins stehen und früher – manchmal eher zufällig – auf Gemälden, Grafiken oder Fotos abgebildet worden sind. Diese Gegenüberstellung von Bildquelle und Original macht den Reiz der neuen Sonderausstellung aus.

Im Foyer zeigt ein großes Foto russische und französische Kriegsgefangene des Ersten Weltkrieges, die auf Kanonenkugeln aus dem 18. Jahrhundert sitzen. Die Aufnahme wurde 1915 auf dem Königstein gemacht, der zu jener Zeit als Kriegsgefangenlager diente. Viele der gusseisernen Kugeln haben sich bis heute erhalten und sind in der Sonderausstellung zu sehen.

Außerdem zeigen Lithografien aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Soldaten auf der Festung Königstein, welche die damals typischen Uniformstücke wie Zweispitz oder Tschako tragen. Derartige Kopfbedeckungen können in der Ausstellung im Original betrachtet werden.

Die Sammlungsobjekte stellen im Zusammenhang mit den Bildquellen wertvolle Zeugen der Geschichte dar. Die 1878 auf dem Festungsplateau errichtete katholische Kapelle beispielsweise existierte noch vor dem Zweiten Weltkrieg. Ein Foto liefert den Beweis. Aufnahmen aus der Zeit um 1950 lassen nur noch eine ausgebrannte Ruine erkennen. Die in der Ausstellung gezeigte Glocke ist einer der wenigen heute noch erhaltenen Gegenstände, die sich einst in diesem Gotteshaus befanden.

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Eine mit Weinreben und Blättern verzierte Schale aus Lindenholz gilt als das einzige noch erhaltene Originalteil des ehemaligen Königsteiner Riesenweinfasses Augusts des Starken von 1725. Restauratorische Untersuchungen ergaben erst kürzlich, dass zumindest die Schmuckelemente des Fasses farbig gefasst waren. Ein zeitgenössischer Kupferstich von M. D. Pöppelmann und L. Zucchi zeigt auf der Schauseite des Weinfasses eben diese Schale.

Weitere Höhepunkte der Ausstellung sind Leihgaben der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. So ist z. B. ein großer Deckelhumpen von 1638 zu sehen, auf dessen Wandung sich eine der frühesten Darstellungen der Festung Königstein befindet. Die in Emailfarben ausgeführte Malerei zeigt die zum Elbtal gerichtete Festungsmauer und einzelne Gebäude der Wehranlage.

Quelle: Sabine Conrad/Andrej Pawluschkow
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De|te|ri|o|ra|ti|on  〈f. 20〉 1 〈allg.〉 Verschlechterung 2 〈Rechtsw.〉 Wertminderung (einer Sache) ... mehr

kon|ser|va|tiv  〈[–va–] Adj.〉 1 am Hergebrachten hängend, das Bestehende bejahend, erhaltend, bewahrend 2 〈Pol.〉 politisch rechts stehend ... mehr

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