Ausstellung EXPEDITION GRIMM gestartet - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Ausstellung EXPEDITION GRIMM gestartet

Die Hessische Landesausstellung EXPDEDITION GRIMM in der documenta-Halle in Kassel hat am 27. April ihre Türen für die Besucher geöffnet. Das Geschichtsmagazin DAMALS ist Kooperationspartner der Ausstellung. Die Brüder Grimm sind Titelthema des Maihefts.

Jacob und Wilhelm Grimm sind herausragende Persönlichkeiten der deutschen Sprach- und Kulturgeschichte. Denn sie waren nicht nur Märchensammler, sondern hinterließen auch als Sprachforscher, Rechtshistoriker und Politiker bis heute prägende Spuren. Die Hessische Landesausstellung EXPEDITION GRIMM, die bis zum 8. September 2013 zu sehen ist, lädt ein zu einer Expedition durch die Gedankenwelt der Grimms: von der Präsentation von „Leben und Werk“ in historisch bewegten Zeiten bis hin zu einer interaktiven Auseinandersetzung mit „Werk und Wirkung“ bis in die Gegenwart hinein. Einen Höhepunkt bildet hier der virtuelle Besuch in der Grimm’schen Wohnung in Kassel, die für die Schau erstmals in 3D rekonstruiert wurde.

Die EXPEDITION GRIMM beginnt in drei Kabinetten. Hier beleuchten rund 150 Exponate das „Leben und Werk“ der Brüder und stellen es in den wechselvollen politisch-gesellschaftlichen Kontext der Zeit: von den Nachbeben der Französischen Revolution bis zur Förderung durch den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. Im Zentrum und exemplarisch für die literarischen, politischen und wissenschaftlichen Leistungen der Grimms stehen acht Hauptwerke, deren wertvolle Erstausgaben präsentiert werden: Das Hildebrandlied, die Kinder- und Hausmärchen, die Deutsche Grammatik, die Deutschen Rechtsalterthümer, Reinhart Fuchs, die Deutsche Mythologie, Jacob Grimm über seine Entlassung und das Deutsche Wörterbuch. Ergänzend dazu sind Gemälde, Zeichnungen und Büsten sowie persönliche Gegenstände ausgestellt.

Eine wichtige Rolle nehmen die Arbeiten ihres Malerbruders Ludwig Emil Grimm ein. Sie dokumentieren eindrucksvoll die Lebensverhältnisse der Familie. Der zweite Teil der Schau lädt unter dem Titel „Werk und Wirkung“ dazu ein, sich tiefergehend mit den acht Hauptwerken zu befassen. Acht Pfade mit insgesamt 33 Mitmachstationen schlängeln sich durch eine von meterhohen Silhouetten der Brüder geprägte Landschaft. Jeder dieser Pfade führt von der Zeit der Grimms bis in die Gegenwart und liefert überraschende Erkenntnisse für den aktuellen Umgang mit Sprache, mit Redewendungen, Märchen-, Mythen- und Fabelmotiven. „Die Grimms verdeutlichen uns die Geschichtlichkeit der Sprache, die sich über Jahrhunderte entwickelt hat und sich noch heute weiter entwickelt. Deshalb darf eine Ausstellung über die Brüder Grimm auch keine bloß historische Schau sein. Sie sollte Brücken in die Gegenwart schlagen und zu einer aktiven Auseinandersetzung mit den noch heute aktuellen Werken der Grimms anregen“, sagt Dr. Thorsten Smidt, Kurator der Ausstellung.

So erfahren die Besucher beispielsweise auf dem Märchenpfad an der Station „Zutritt erst ab 18?“, welche Passagen Wilhelm Grimm wegen ihrer brutalen oder unschicklichen Inhalte veränderte, wegfallen ließ oder ersetzte. Auf dem Pfad zur Deutschen Mythologie verdeutlicht eine Hörstation, wie Richard Wagner bei der Arbeit am Ring des Nibelungen durch das Werk von Jacob Grimm beeinflusst wurde. Eine Station zur Entlassung der Göttinger Sieben aus dem Universitätsdienst geht der Frage nach, wie die gut vernetzten Brüder wohl die heutigen sozialen Netzwerke hätten nutzen können: Auf einer fiktiven, an Facebook angelehnten „Gesichtsbuch“-Profilseite Jacobs erscheinen seine Original-Aussagen und die Resonanz darauf.

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Wie eine Zusammenfassung steht am Ende der Ausstellung ein überdimensionales Buch. Das wichtigste Medium der Grimms wird dabei zugleich in die Zukunft überführt. Dank moderner Technik wird es beim Umblättern der Seiten „lebendig“ und erzählt mit Text, Bild, Film und Ton Geschichten vom Leben und der Arbeit der berühmten Brüder: von der Märchensammlung über die verschiedenen Lebensstationen und einem Familienalbum bis zu Nachleben und Ruhm.

Quelle: Hessische Landesausstellung EXPEDITION GRIMM
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